„Das schönste ist, die Menschen glücklich zu machen“

Zwei Schüler lernen zu Hause
Zwei Schüler lernen zu Hause. (c) Getty Images
Florian Battermann ist „Mädchen für alles“ an der Komödie am Altstadtmarkt. Er führt Regie, schreibt Stücke und hilft sogar als Kellner aus – ein Einblick in seine spannende Arbeit.
Von Emely Weihs, 8b, Gymnasium am Bötschenberg

Auf Einladung der PSD Bank Braunschweig, dem Partner von funky und MEDIACAMPUS konnten die Schülerinnen der Klasse 8b des Gymnasiums am Bötschenberg die Komödie am Altstadtmarkt besuchen.

Er nennt sich selbst Theatermacher. Das hört sich vielleicht erstmal seltsam an, ist es aber eigentlich gar nicht. Gemeint ist Florian Battermann. Er ist der Eigentümer der Braunschweiger Komödie am Altstadtmarkt und dies nun schon seit 2003, also bereits über fünfzehn Jahre. Schon in seiner Schulzeit hatte er Interesse am Theater, studierte aber erstmal Geschichte und Germanistik. 1999 hatte Battermann sein Debüt als Regisseur, inzwischen hat er schon unzählige Male Regie geführt.

Keine Angst, sich die Hände schmutzig zu machen

Aber als Regisseur inszeniert man nicht nur, sondern ist das „Mädchen für Alles“. Er kümmert sich um die Requisiten, sucht Schauspieler aus und so weiter. „Alles im Blick zu haben, ist das wichtigste.“, so Battermann. Der Job sei vielseitig und oft nehme man Arbeit mit nach Hause, erzählte der Spielleiter. Ganz schön heftig, wenn man bedenkt, dass sein Arbeitstag oft um 9 Uhr morgens beginnt und erst gegen 19 Uhr abends endet. Auch die eigentlich freien Wochenenden und Feiertage werden nicht verschont – ein Ganzjahresjob. Battermann hat nichts dagegen, sich die Hände schmutzig zu machen. Er hilft oft in der Gastronomie aus und kellnert mit, oder arbeitet im Büro. „Das ist das Beste an dem Job, die Vielfältigkeit.“ Ich kann das komplett nachvollziehen: Wenn es etwas gibt, was ich für meinen späteren Job möchte, dann ist es Vielseitigkeit. Wer will es schon langweilig haben?

Kritik nicht persönlich nehmen

Als Theatermacher leitet Battermann nicht nur die Stücke, sondern schreibt auch welche und führt diese dann in seinem kleinen Privattheater auf. Es sei ihm immer wieder eine Freude, selbst zu schreiben. Als ich ihn fragte, was das größte Missgeschick gewesen sei, das ihm in seiner Karriere passierte, stellte sich heraus: Der Mann ist ein Multitalent! Er spielt derzeit selbst im aktuellen Stück „Frühstück bei Monsieur Henri“. Und so sind ihm seine Fauxpas auch auf und nicht hinter der Bühne passiert. Zum Beispiel hat er schon mal eine Tür ins Gesicht bekommen, wobei seine Lippe aufplatzte. Oder er und seine Schauspielkollegen hatten einen Lachkrampf und mussten die Vorstellung kurz stoppen. Meine Mitschüler stellten ihm die Frage, wie er denn mit Kritik umgehe. Dies  beantwortete er damit, dass man jede Kritik ernst nehmen, sie sich aber nicht zu sehr an sich heranlassen sollte. Kritik nicht persönlich nehmen – ich finde, DAS sollte sich jeder zu Herzen nehmen.

Battermann beantwortete alle Fragen mit sichtbarer Freude, und meine Klasse und ich konnten uns ein gutes Bild über die Arbeit im Theater machen. Auf die letzte Frage einer Mitschülerin, was das Schönste am Job sei, antwortete er „Das schönste ist, die Menschen glücklich zu machen.“. Ein schönes Schlusswort seinerseits. Ich bin froh, dass es Menschen wie Florian Battermann gibt, die so viel Liebe und Zeit in ihren Job stecken. Ich dagegen sitze lieber im Publikum und kann es auch nur empfehlen, sich einfach mal auf einen der 307 Plätze zu setzen und an diesem Glück teilzuhaben.

Titelbild: Getty Images

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