Der heutige Weltmeister im Schwergewichtsboxen, Manuel Charr hatte eine schwierige Vergangenheit. Als Kleinkind lebte er im Libanon, musste aber aufgrund des Bürgerkrieges von dort fliehen. Als er vier Jahre alt war, kam er mit Mutter und Geschwistern nach Deutschland. Sein Vater kam Bürgerkrieg ums Leben.
Von Amir El-Cheik, Klasse 8b, Lessing-Schule Bochum
Lange Zeit lebte Manuel Charr im Beliner Bezirk Wedding; danach im essener Stadtteil Katernberg. Hier erzählen wir seine Geschichte nach.
Probleme mit der Justiz
Aufgrund versuchten Totschlags wurde Charr 2006 verhaftet und angeklagt. Er geriet mit einem seiner Box-Kollegen aneinander. Vor Gericht sagte der 1,92 Meter große Boxer aus, dass er sich aus Notwehr verteidigt hätte. Daraufhin wurden er und sein Kollege freigesprochen.
Attentat auf Manuel Charr
2015 was dann ein Jahr, das Manuel Charrs Leben komplett veränderte. In einer Nacht im September wurde er vor einem Döner-Imbiss angeschossen. Die Lage war kritisch. Er schwebte in Lebensgefahr. Nur durch eine darauffolgende Notoperation konnte Charr überleben. Der Täter wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Die Zeit im Krankenhaus
Da der Boxer sich im Krankenhaus erholen und ausruhen musste, konnte er sich für den Kampf um den Weltmeistertitel vorbereiten. Außerdem entschloss sich Charr kurz vor dem Kampf, zwei künstliche Hüften zu bekommen, da seine nicht mehr ganz funktionstüchtig waren. Trotz all der harten Rückschläge hat er die Hoffnung nie aufgegeben und trainierte schon fleißig im Krankenbett, um fitter zu werden, bevor das wirkliche Training begann.
Der Kampf um den Weltmeistertitel
Ende letzten Jahres setzte Charr sich in Oberhausen im Kampf um den Weltmeister-Titel durch einen knappen Punktesieg (115:111, 116:111, 115:112) gegen den Russen Alexander Ustinow durch. Nachdem die Punkte feststanden, wurde der so genannte „Diamond Boy“ Box-Weltmeister. Das letzte Mal hatte Max Schmeling 85 Jahren seinen Sieg als deutscher WBA-Weltmeister gefeiert.
Gerüchte um Nationalität
Trotz alledem kam es zu Spekulationen darüber, ob Charr überhaupt einen deutschen Pass besäße und somit ein deutscher Weltmeister sei. Das ließ dieser aber nicht lange auf sich sitzen und veröffentlichte via Facebook ein Video, in dem er sagte, dass er schon längst einen deutschen Pass besäße, aber noch nicht dazu gekommen sei, ihn abzuholen. Seither trainiert Charr fleißig weiter, um den Titel „WBA-Weltmeister“ zu verteidigen.
Beitragsbild: picture alliance / Sven Simon

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