Nachwuchsreiter aufgepass: Darum geht’s bei der Ecole de Légèreté

Bei der Ecole de Légèreté begenet man dem Pferd auf Augenhoehe (c) Unsplash
Bei der Ecole de Légèreté begenet man dem Pferd auf Augenhoehe (c) Unsplash
Die Ecole de Légéreté ist eine Art und Weise zu reiten, bei der man dem Pferd auf Augenhöhe begegnet und mit ihm ein Team bildet. So funktioniert’s.
Von Kirsten Brächter, BM81, Käthe-Kollwitz-Berufskolleg Oberhausen

Über den Reitplatz trabend, reite ich durch die aufgebauten Tore, die ich durch kleine Hütchen gekennzeichnet habe. Ich versuche allein durch meine Gewichtshilfen und nur mit leichtem Heben des linken Zügels meinem Pferd zu zeigen, dass ich mit ihr nach links laufen möchte. Mit Leichtigkeit läuft sie durch das aufgebaute Tor und biegt, durch drehen meines Oberkörpers und Hebung meiner rechten Hand, rechts am Zaun ab. Meine Reitlehrerin erklärt mir, wie ich die Hilfen mit viel Kommunikation noch etwas leichter geben kann.

Die Reitkunst, Ecole de Légèreté nach Philippe Karl, bedeutet, den vollen Respekt vor dem Pferd zu haben. Das Pferd darf seine Meinung genauso wie der Reiter mit einbringen. Man bildet eine Zweierherde, jedoch soll der Reiter am Ende entscheiden können. Gewalt oder zwanghafte Hilfsmittel wie zum Beispiel Sperrriemen und Nasenriemen sind hier komplett fehl am Platz. Diese Reitkunst unterscheidet sich sehr von dem Standardreiten der Deutschen reiterlichen Vereinigung, nach der die Zügel immer etwas fester gezogen werden, mit mehr Druck geritten wird und Ausbinder oder Ähnliches zum Einsatz kommen.

Kommunikation mit dem Pferd ist wichtig

Bei der Ecole de Légèreté kann man nicht am Zügel ziehen und gleichzeitig das Pferd mit den Waden treiben. Durch diese Reitkunst kann ich eine gute Kommunikation zu meinem Pferd – ohne irgendwelche Hilfsmittel – aufbauen und es somit für uns beide viel einfacher und angenehmer machen.

Ich persönlich benutze zum Reiten außerdem eher das Knotenhalfter. Es liegt nicht zu locker und nicht zu fest an und ich kann dem Pferd im Maul –seine empfindlichste Stelle – nicht schaden. Wenn ich mit der Trense reiten würde, würde ich zuerst Abkauübungen machen, damit mein Pferd entspannt und beim Reiten nicht verkrampft ist und im Maul nachgeben kann. Das Gebiss wird im Mundwinkel nach oben gezogen beziehungsweise gedrückt (Es übt keinen Druck auf den Unterkiefer und die Zunge aus und ist somit nicht schädlich fürs Pferd) und regt das Pferd dazu an, entspannt zu kauen. Dadurch wird das Pferd ruhiger.

Nachdem ich das auf beiden Seiten ein paar Mal gemacht habe, kann ich aufsteigen und zum Beispiel durch die aufgebauten Tore, die über den ganzen Platz verteilt sind, reiten. Ecole de Légèreté ist im Vergleich zu anderen Reitweisen eine schöne Art, sich wirklich mit dem Pferd auseinanderzusetzen und Schritt für Schritt eine Verbindung einzugehen. Man baut immer mehr Vertrauen auf. So lässt sich der Reitsport für alle Beteiligten genießen.

Beitragsbild: Kenny Webster via Unsplash

Verwandte Beiträge

Von Reinickendorf bis Bochum, von Fulda bis Ottensen – überall schreiben Schülerinnen und Schüler Artikel über das, was um sie herum passiert. Jeder und jede aus ihrer eigenen Sichtweise, mit eigener Meinung und eigenem Schwerpunkt. Bei all den Unterschieden eint sie, dass sie mit ihrer Klasse an funky teilnehmen, dem medienpädagogischen Projekt der Funke Mediengruppe. Das erlernte Wissen wenden sie dann praktisch an, indem sie erste journalistische Texte schreiben. Auf funky können sie die Früchte ihrer Arbeit präsentieren.