Polio ist eine Krankheit, die beispielsweis in Afrika noch weit verbreitet ist. Gemeinnützige Organisationen sammeln jetzt Flaschendeckel, um Impfstoff zu finanzieren.
Von Friedrich Gehne, Klasse 8a, Schiller-Schule Bochum
Seit kurzem sammelt meine Schwester Clara Flaschendeckel. Sie hat schon mehr als ich. Alle Bekannten und Verwandten fragt sie, ob sie irgendwo noch welche haben. Rote Deckel, blaue Deckel, gelbe Deckel, grüne Deckel – die Farbe spielt keine Rolle, die Größe allerdings schon. Maximal vier Zentimeter Durchmesser darf der Verschluss haben, sonst ist er für die Sammelaktion, an der wir teilnehmen, unbrauchbar. Zuerst war ich skeptisch. Wie sollte aus Flaschendeckeln Geld werden? Und wie eine Impfung?
Gute Aktion: Deckel gegen Polio
In der letzten Gruppenstunde bei den Pfadfindern der Meinolphus-Kirche in Bochum erfuhren wir von der Aktion. Unsere Leiterin Jana erklärte uns: „Unsere Kirche nimmt an der Aktion ‚Deckel gegen Polio teil’. Ihr könnt helfen, wenn ihr wollt. Ihr müsst Plastikdeckel sammeln und für 500 Stück kann ein Kind gegen Polio geimpft werden“.
Ich fand die Idee gut und habe recherchiert, wie überhaupt aus den Flaschendeckeln der Erlös entsteht. Eigentlich ist es ganz einfach: Die gesammelten Deckel werden eingeschmolzen. Das entstandene Plastik kann man dann verkaufen und zum Beispiel zu PET–Flaschen verarbeiten. Der Erlös aus dem Plastikverkauf geht anschließend an die Organisation ‚End Polio now’.
Kinderlähmung – auf anderen Kontinenten ein Problem
Poliomyelitis ist eine Virenerkrankung, die schon durch Anhusten oder Niesen übertragen werden kann. Die Krankheit kann zu Lähmungen führen, beispielsweise an Armen oder Beinen. Deswegen bezeichnet man die Krankheit auch als Kinderlähmung.
Was für eine unheimliche Krankheit! Zum Glück bin ich dagegen geimpft. Da habe ich lieber mal genau auf dem Impfausweis geguckt. Schon mit vier Monaten habe ich die erste Spritze bekommen. Bei uns zahlt das die Krankenkasse. Seit den sechziger Jahren wird in Deutschland gegen Polio geimpft und seit 2001 ist Deutschland poliofrei.
In Afrika hingegen ist Polio noch ein echtes Problem, weil es dort keine Krankenkasse gibt, die die Impfungen bezahlt. Um Polio ganz auszurotten, werden also die Deckel gesammelt. „Es ist sehr wichtig, dass auch Kinder, die nicht so viel Geld haben, gegen Polio geimpft werden. Das Schöne an der Aktion ist, dass jeder mitmachen kann. Und das Pfandgeld kriegt man ja trotzdem noch“, sagt Jana von den Pfadfindern.
Millionen Deckel tun Gutes
Die sind aber zum Glück nicht die Einzigen, die mit sammeln. Auch die deutsche Post, die AWO, das Rote Kreuz und viele weitere Organisationen beteiligen sich. Dadurch ist die Aktion sehr erfolgreich: Schon 76 Millionen Deckel kamen zusammen. Damit und durch zusätzliche Spenden konnten schon 450.000 Kinder eine Impfung bekommen.
Meine Oma und ihre Freundinnen sammeln übrigens besonders fleißig mit. Vielleicht, weil sie in ihrer Kindheit selbst noch Fälle von Polio miterlebt haben. Und deswegen sammeln meine Schwester und ich so eifrig Plastikdeckel: rote, blaue, gelbe, grüne … die Farbe spielt keine Rolle!
Beitragsbild: pexels.com





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