Was tun mit Hakenkreuz-Ornamenten an Essener Kapellen-Decke?

Teelichter werden in einer dunklen Kirche angezuendet
Teelichter werden in einer dunklen Kirche angezuendet (c) Unsplash
Berechtigen alte Hakenkreuz-Ornamente an Kirchendecken zur Renovierung denkmalgeschützter Gebäude? Diese Frage beschäftigt zur Zeit Essen
Von Hannes Albrecht, Klasse 8a, Grashof Gymnasium Essen

Ornamente sind sich wiederholende Muster in der Kunst. An der Decke der Kapelle der Huyssens-Stiftung in Essen wurden Ende letzten Jahres Ornamente mit Hakenkreuzen entdeckt. Die Frage hierbei ist, ob es sich um einen Raum mit Denkmalwert handelt oder, ob dieser Raum neu gestaltet werden kann.

Wenn man heutzutage durch die Stadt geht, sieht man viele Hauswände, die mit Hakenkreuzen beschmiert sind. Die Hakenkreuze gelten hier als Symbole des Dritten Reiches. Es sind Schmierereien von Menschen, die die Geschichte und die Gräueltaten des Dritten Reiches nicht verstanden haben oder diese verharmlosen oder verherrlichen.

Anders sieht das meiner Meinung nach bei einem Ornament der Kirchendecke aus. Erst beim genauen Hinsehen erkennt man die Hakenkreuzbänder. Niemand würde diese in einer Kirche erwarten und niemand würde dorthin gehen, weil er sich mit den Hakenkreuzbändern identifiziert. Es sind Muster einer vergangenen Zeit, die uns, wenn wir sie entdecken, zum Nachdenken anregen sollen. Warum wurden diese Muster vor 85 Jahren in ein Deckenmotiv eingearbeitet? Wie stand die Kirche dem Dritten Reich gegenüber?

Für mich sind diese Ornamente also Zeitzeugen der Geschichte und haben damit Erhaltungswert. Möglicherweise regen diese uns sogar an, wie es derzeit geschieht, noch einmal über die Rolle der Kirche im Dritten Reich zu sprechen.

Ich persönlich halte es für wichtig, das Ornament zu behalten und immer wieder in Erinnerung zu bringen.

Beitragsbild: Jose Antonio Gallego Vázquez via Unsplash

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