Auf und hinter der Bühne im Essener Aalto Theater

roter Vorhang
roter Vorhang (c) Manos Gkikas
Auch Kinder und Jugendliche können schon in der Oper singen. Amelia berichtet hier von ihren Erfahrungen auf und hinter der Bühne im Essener Aalto Theater
Von Amelia Sapeta, Klasse 8b, Grashof Gymnasium Essen

Das Aalto Theater ist ein Opernhaus neben dem Essener Stadtpark. Hier wurden schon viele bekannte Opern aufgeführt wie zum Beispiel die Zauberflöte, Carmen oder la Bohème. Bei den letzten beiden Opern hat der Kinderchor, in dem ich singe, unter der Leitung von Patrick Jaskolka, mitgewirkt. Der Kinderchor probt zweimal pro Woche jeweils eine Stunde. Dazu kommen noch die szenischen und musikalischen Proben, die im Schnitt etwa einmal die Woche stattfinden und die 15-minütige, die jeder Einzelne zur Stimmbildung hat.

Für jedes Stück wird sehr viel geprobt. Erst lernen die Sänger und Chöre die meist fremdsprachigen Texte und Noten der verschiedenen Opern. Danach werden die szenischen Choreografien eingeübt. Am Ende wird alles zusammen auf der großen Bühne mit dem Orchester geprobt. Ein paar Wochen vor der ersten Aufführung müssen alle Opernsänger und Chormitglieder zur Anprobe. Manchmal haben wir mehrere Kostüme für eine Oper.

Eine Stunde vor Opernbeginn treffen wir, der Kinderchor, uns am Künstlereingang und gehen in das Untergeschoss 3, um uns umzuziehen. Dann gehen wir in die Maske, wo wir passend frisiert und geschminkt werden. Im Anschluss werden wir von unserem Chorleiter eingesungen. Bevor wir das erste Mal auf die Bühne gehen, essen wir in der Kantine Pommes, unterhalten uns, machen Hausaufgaben oder spielen Karten. Nachdem ersten Einruf gehen wir zur großen Bühne. Dort warten wir aufgeregt auf unseren Einsatz. Auf der Bühne spielen wir Soldaten und singen. Insgesamt haben wir fünf Auftritte in der Oper Carmen. Bei zwei davon singen wir und bei den anderen drei haben wir szenische Auftritte.

Am Ende sind wir sogar bei der Applausordnung dabei. Leider sind bei der Applausordnung nur die Chöre, Sänger und Statisten dabei und nicht alle anderen, hinter der Bühne Mitwirkenden wie die Schneiderinnen und Schneider, die Maskenbildnerinnen, die Bühnentechniker und so weiter. Das ist sehr Schade, da diese Leute genauso viel wie die Sänger, Chöre und Statisten arbeiten.

Wenn ich auf der großen Bühne stehe, bin ich überglücklich. Ob auf oder hinter der Bühne man hat überall Spaß und es ist immer lustig. Sogar, wenn man sich auf der Bühne konzentrieren muss. Das Gefühl, auf der Bühne vor fast 2000 Leuten zu stehen, mit ihnen eine Leidenschaft zu teilen, mit seinen Freunden und anderen tollen Menschen zu singen und einfach der wunderschönen Musik zuzuhören, ist unbeschreiblich.

Der, seit sechs Jahren am Aalto singende Bariton, Martijn Cornet sieht das genauso. Seine Motivation in der Oper zu singen ist das Zusammenführen und Erfreuen verschiedener Menschen. Er studierte am Conservatorium in Amsterdam und sang seine erste Oper vor 13 Jahren. Seine Lieblingsoper ist Don Giovanni. Die verrückteste Rolle, die er bis jetzt spielen musste, war der Babier in „Die Schweigsame Frau“ von Strauss. Dort musste er eine hohe schwarze Perücke mit einem schwarzen Bart und einem gelben Anzug tragen. Dazu musste er öfter ganz komisch lachen. Seine Liebe zur Musik fordert einen hohen Preis. So ist er gezwungen zwischen Essen und Amsterdam zu pendeln. Um mit seiner Familie Kontakt zu haben, skypen sie regelmäßig. Wenn er in Amsterdam bei seiner Familie ist, singt er seinen Söhnen Gutenachtlieder auf Niederländisch vor.

Beitragsbild: Manos Gkikas via Unsplash

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