„Fridays For Future“ geht es um unsere Zukunft; nicht um einen freien Tag

Ein Plakat mit der Aufschrift „PLANET OVER PROFIT" bei einer FFF-Demo
Bei FFF demonstrieren Jugendliche fuer ihre Zukunft (c) Unsplash
Schule schwänzen für die Umwelt – klingt zunächst vielleicht albern, ist es aber nicht. Bei „Fridays For Future“ demonstrieren Jugendliche für ihre Zukunft.
Von Eva Jäger, Klasse 9d, Heilwig Gymnasium Hamburg

Wieso sollten Schüler für eine Zukunft lernen, die es vielleicht nicht geben wird? Darum demonstrieren jeden Freitag weltweit Schülerinnen und Schüler anstatt zur Schule zu gehen, um die Politiker auf ihre größte Sorge aufmerksam zu machen: den Klimawandel.

Diese Demonstrationen, die unter dem Titel „Fridays For Future“ laufen, haben ihren Ursprung in Schweden, wo die 16-jährige Greta Thunberg damit begann, freitags alleine vor dem schwedischen Parlamentsgebäude zu streiken. Sie ging nicht in die Schule, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Nach und nach wurden immer mehr Leute auf ihre Streiks aufmerksam und immer mehr Schülerinnen und Schüler machten es ihr nach. So wurde die Jugend-Bewegung „Fridays for Future“ ins Leben gerufen.

Es geht um die Zukunft der Demonstrierenden!

Inzwischen streiken jeden Freitag auf der ganzen Welt besorgte Schülerinnen und Schüler für eine bessere Klimapolitik. Denn die Verantwortlichen der Politik versagen ihrer Meinung nach, was den Klimaschutz angeht. Immer wieder werden Abmachungen gebrochen oder Ausnahmen gemacht, die die Zukunft der Erde gefährden. Zukunft – das ist hierbei das ausschlaggebende Wort. Es sind die jetzigen Schülerinnen, Schüler und Studierende, die in der Zukunft die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen werden, wenn die Erwachsenen von heute nicht endlich handeln.

Verständlich, dass es den Meisten wichtiger ist, die Politiker zum Handeln zu bewegen, als in die Schule zu gehen. Das wiederum gilt offiziell als Schwänzen. Die Schule zu schwänzen ist ein Verstoß gegen die Schulpflicht, die gesetzlich festgelegt ist. Das ist der Grund, weshalb viele Erwachsene, vor allem Politiker, gegen diese Schulstreiks sind. Immerhin hat es einen Grund, dass die Schulpflicht existiert, denn die Schüler sollen ja etwas lernen, damit sie auf ihre Zukunft vorbereitet sind.

FDP-Vorsitzender Christian Lindner ist zum Beispiel der Meinung, die Klimaprobleme seien etwas für Profis. Kinder sollten lieber in ihrer Freizeit streiken, findet er. Aber würden die Demonstrationen überhaupt Auswirkungen haben, wenn sie außerhalb der Schulzeit stattfänden? Gerade durch das Schwänzen erlangen die Demonstrationen die gewünschte Aufmerksamkeit der Medien und offensichtlich auch der Politiker, denen die Streiks nicht zu passen scheinen.

Wenn die Politik nicht handelt, wer dann?

Wieso also die Streiks verschieben, wenn die Gefahr besteht, die Auswirkungen zu verringern? Wieso auf die Politiker hören, denen es scheinbar überhaupt nicht um die Zukunft der Betroffenen geht?

Die Politiker sollten aufhören, immer nur auf das Schuleschwänzen einzugehen, und stattdessen endlich auf den Gedanken dahinter, und zwar die Änderung der Klimapolitik, um dann zu handeln! Meiner Meinung nach zeugen die Demonstrationen doch gerade von einer verantwortungsvollen Generation, die ihre eigene Zukunft und die der Erde zu retten versucht, und von einer Menge Erwachsener, die sich nicht bewusst sind, was sie mit ihrem Verhalten anrichten.

Wenn die Regierung endlich handeln würde und zum Beispiel Kohlekraftwerke abschaffen würde, würden die Streiks aufhören und die Schüler würden wieder zur Schule gehen.

Doch solange nichts passiert, müssen Kinder weiterhin ihre Bildung verweigern, und alles daransetzen, die Umwelt zu retten. Das ist auch richtig so, denn wenn sie nicht handeln, tut es niemand. Es ist nicht schlimm, dass Jugendliche nicht zur Schule gehen. Es ist schlimm, dass niemand ihre Zukunft auf dieser einen Erde sichert!
Beitragsbild: Markus Spiske via Unsplash

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Von Reinickendorf bis Bochum, von Fulda bis Ottensen – überall schreiben Schülerinnen und Schüler Artikel über das, was um sie herum passiert. Jeder und jede aus ihrer eigenen Sichtweise, mit eigener Meinung und eigenem Schwerpunkt. Bei all den Unterschieden eint sie, dass sie mit ihrer Klasse an MEDIACAMPUS teilnehmen, dem medienpädagogischen Projekt der Funke Mediengruppe. Das erlernte Wissen wenden sie dann praktisch an, indem sie erste journalistische Texte schreiben. Auf funky können sie die Früchte ihrer Arbeit präsentieren.