Mit Augmented Reality holt der WDR die letzten Zeitzeugen in die Klassenzimmer – als Hologramm. Eine Klasse der Hildegardis-Schule in Hagen hat es erlebt.
Von Janine Gathmann, 9b, Hildegardis-Schule Hagen

Unsere Generation steht vor großen Herausforderungen. Die Digitalisierung durchdringt alle unsere Lebensbereiche und verändert unser Leben grundlegend. Autonom fahrende Autos, künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 sind nur einige Konzepte, die unsere Lebensqualität verbessern sollen. Wer hätte es schon vor 20 Jahren für möglich gehalten, dass wir heute problemlos weltweit mit Hilfe des Internets und Smartphone kommunizieren können. Nur eines wird uns bald fehlen: Menschen, die den Nationalsozialismus, den Holocaust, den zweiten Weltkrieg erlebt haben, sogenannte Zeitzeugen.

Und so sieht das dann aus. Entweder mit historischem Hintergrund … (c) Janine Gathmann Hildegardis-Schule Hagen

… oder mit dem Raum, in dem die Nutzerin sitzt. (c) Janine Gathmann Hildegardis-Schule Hagen

Es herrschte eine stoische Ruhe in unserer Klasse, als uns die Moderatorin des WDR ein neues Anwendungsprogramm präsentierte. Der Sender hat die App „WDR AR Zeitzeugen 1933-1945“ entwickelt, bei der Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs für alle Schülerinnen und Schüler erlebbar werden. Die Geschichte wird dabei in die Gegenwart projiziert, wobei Zeitzeugen unmittelbar im Raum sitzen und den Zuschauer direkt ansprechen. Diese App hält unsere Geschichte am Leben und hilft gegen das Vergessen. Jeder von uns ist so vorübergehend in die Geschichte eingetaucht und Teil der Vergangenheit geworden.

iPad, auf dem drei Frauen zu sehen sind, die sich unterhalten

Und plötzlich sitzt eine Zeitzeugin zwischen den Schülerinnen und erzählt. (c) Janine Gathmann Hildegardis-Schule Hagen

Ein Junge schaut interessiert auf ein iPad

Es ist sicherlich nicht dasselbe, wie einen Menschen persönlich zu sprechen, aber auch so sind die Schüler gebannt. (c) Janine Gathmann Hildegardis-Schule Hagen

Die App „WDR AR 1933 – 1945“ steht ab sofort jedermann als Download zur Verfügung. Sie ist in Zusammenarbeit mit der „Hochschule Düsseldorf“ und dem Studio für visual effects „LAVAlabs“ entstanden.

Alle Fotos: Janine Gathmann, Hildegardis-Schule Hagen