Im Laufe der Zeit stellen wir unseren El­tern tausendundeine Fragen. Wir dre­hen den Spieß um und hören ihnen mal zu. Bei uns dürfen Eltern all das fragen, was sie an uns noch nie verstanden ha­ben.

Die Eltern einer zwanzigjährigen Tochter aus Thüringen fragen: „Wenn ihr einen Tag lang die Eltern wärt, was würdet ihr anders machen?“

Annalena Schwobe aus der funky-Jugendredaktion antwortet: Wer hat sich nicht schon einmal gedacht: „Wenn ich groß bin, dann mach ich das alles anders.“ Nun bin ich bereits 20 Jahre alt und quasi alt genug, um selbst eine Familie zu gründen und es anders zu machen.

Um ehrlich zu sein, habe ich mir wirklich schon oft Gedanken darüber gemacht, wie ich meine Kinder später erziehen möchte. Durch mein Au-pair-Jahr konnte ich bereits einige Erfahrungen sammeln und bin mir deswegen sicher, was ich auf jeden Fall tun, aber auch vermeiden möchte.

Dinge wie Fernsehen, Internet und Leckereien sollten nur zum Nutzen und Genuss konsumiert werden.

Annalena Schwobe würde ihren Kindern klare Grenzen setzen.

Vor allem wenn es um den Medien- und Süßigkeitenkonsum geht, habe ich eine klare Einstellung. Meiner Meinung nach sollten Dinge wie Fernsehen, Internet und Leckereien nur zum Nutzen und Genuss konsumiert werden. Meine Kinder sollten, anstatt den ganzen Tag vor dem Fernseher zu verbringen, viel an der frischen Luft sein, um zu spielen und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Außerdem sollten sie lernen, dass man sich Dinge wie Pizza, Schokolade oder Cola ab und zu zwar gönnen darf, sie aber nicht zur alltäglichen Ernährung dazugehören sollten.

Auch Höflichkeitsformen wie bitte und danke sind mir sehr wichtig, da sie einfach für einen guten Umgang miteinander dazugehören.

Am wichtigsten ist mir aber, so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen und immer für sie da sein zu können. Ihnen Nähe zu geben, wenn sie es brauchen, aber ihnen auch genug Abstand zu geben, damit sie ihre eigenen Erfahrungen sammeln können.

Letztendlich weiß ich, so etwas wie die „perfekte Erziehung“ gibt es nicht und es wird immer Leute geben, die etwas an meiner Vorgehensweise zu meckern haben werden. Auch ich werde bestimmt Fehler machen, denn niemand ist perfekt.

Am Ende ist es mir aber doch am wichtigsten, dass ich sagen kann: „Ich habe immer mein Bestes gegeben, war immer für meine Kinder da und habe sie unterstützt, in guten wie in schlechten Zeiten.“ Denn das macht ein gutes Elternteil aus.