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Was greifbar ist, ist auch begreifbar

Der TouchTomorrow Truck. Foto: Antonia Eichenauer
Wie kann eine Karriere laufen? Das erfahren die Schüler am MINT-Navi im TouchTomorrow-Truck. . Foto: Antonia Eichenauer
Im „TouchTomorrow“-Truck können sich junge Menschen über die Berufsperspektiven der sogenannten MINT Fächer informieren. Darunter fallen Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
Von Antonia Eichenauer

Eine kleine Gruppe Schüler steht vor dem MINT-Navi im „TouchTomorrow“-Truck. Sie klicken sich durch Ausbildungsberufe und Studiengänge, sie schauen Videos, in denen Azubis erzählen, und lesen Erfahrungsberichte von Menschen, die ihren Beruf gefunden haben. Einer nach dem anderen tippt sich auf dem riesigen Touchscreen immer weiter in die Tiefen der tausend Möglichkeiten, welche die Fächer Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, kurz MINT, bieten.

„TouchTomorrow“ ist ein Projekt der gemeinnützigen Dr. Hans Riegel-Stiftung des ehemaligen HARIBO-Mitinhabers. Es hat das Ziel, Schüler durch das Erleben und Ausprobieren von Zukunftstechnologien für Bildungs- und Berufswege im MINT-Bereich zu gewinnen. Dafür schickt die Stiftung einen Truck auf die Straßen, der Experimente und Experten auf den Schulhof bringt.

Orientierung durch den „TouchTomorrow“ Truck

„Besonders positiv an diesem Projekt ist die Art der Durchführung. Der Truck kommt zu den Schülern – auch in ländlichen entlegenen Regionen“, sagt Christoph van Ophoven. Er ist Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit in Lüdenscheid. Seine mehr als 30 Jahre Berufserfahrung setzte er, als der Truck in Menden stand, am MINT-Navi ein, um dort gemeinsam mit den Schülern die Eindrücke einzuordnen. „Wenn ich nämlich immer nur hier und da mal schaue, dann wird mir irgendwann schwindelig“, beschreibt er das Gefühl. Er bemühe sich zu strukturieren und zu individualisieren, indem er den Schülern die richtigen Fragen stelle.

Van Ophoven ist nicht der einzige Berater der Arbeitsagentur, der im Truck Schüler berät. Denn die Regionaldirektionen Hessen, NRW und Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit fördern das Projekt der Stiftung. Vor Ort arbeiten die beiden Institutionen dann Hand in Hand, um Jugendlichen bestmögliche Berufsorientierung zu bieten und dem wachsenden MINT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Hoher Fachkräftebedarf in den MINT-Berufen

Und das ist dringend nötig: „In Deutschland steigt der Fachkräftebedarf in den MINT-Berufen auf allen Qualifikationsebenen. Dieser Befund erhöht die Notwendigkeit einer praxisnahen und zukunftsorientierten Berufsberatung“, sagt Valerie Holsboer, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit. Bei ihrem Besuch im Truck habe sie gesehen, wie wichtig es sei, einen emotionalen Bezug zu schaffen: „Nur so kann der Funke von Interesse überspringen.“

Bei einem Beratungstermin im Büro könne diese Emotionalität nur schwer erreicht werden, erklärt Ophoven: „Der Truck als mobile Interaktionswelt versinnlicht MINT-Themen und -Inhalte, also Abstraktes, damit werden die Dinge greifbar und begreifbar.“ Er betont, dass hier ein außerschulisches Angebot auf das schulische Gelände kommt. „Das Neue, das Fremde zieht teilweise an, besonders, wenn es auf dem eigenen Territorium angeboten wird. Das sind gute Voraussetzungen dafür, dass Schüler und Schülerinnen erreicht werden. Es ist angenehm fremd, bunt und anziehend.“

Raum zum Entdecken

Die offene Grundstimmung macht es leichter, in die konkrete Berufsorientierung einzusteigen. Man kann es sich gut vorstellen: Wer nur von einem Fach zum anderen hetzt, der macht sich keinen Kopf darum, welches dieser Fächer nun seinen tatsächlichen Interessen entspricht. Werden die Schüler aber aus diesem Trott herausgerissen und bekommen dafür Raum, um auszuprobieren, können sie sich neuen Themen viel eher öffnen.

Das MINT-Navi stellt die Schulfächer, Studiengänge und Ausbildungen vor, die mit MINT zu tun haben. Zum Beispiel wird hier aufgezeigt, was Schülerinnen und Schüler für den Mathe-Leistungskurs mitbringen sollten. Oder welche Zulassungsvoraussetzungen man für den Studiengang Umwelttechnik und Ressourcenmanagement etwa an der Ruhr-Universität Bochum erfüllen muss.

Deswegen freut sich auch Marco Alfter, Geschäftsführer der Dr. Hans Riegel-Stiftung, sehr über die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit. Denn sein erklärtes Ziel ist es, dass es nicht beim einmaligen Wow-Effekt des Trucks mit seinen Experimenten bleiben solle. Dazu trägt der „Iko“ bei, ein RFID-Speichermedium, das die Schüler mit nach Hause nehmen können, um dort ihre neu gewonnenen Interessensbereiche weiterverfolgen zu können. Aber eben auch die Beratung durch die Experten der lokalen Arbeitsagenturen, die das digitale MINT-Navi ergänzen. „Diese knüpfen mit ihrer Berufsberatung nahtlos an die Zukunftsimpulse von ,TouchTomorrow‘ an und sind damit eine echte Bereicherung für das Konzept“, fasst es Alfter zusammen.

All diejenigen, die (noch) nicht im Truck waren, können das MINT-Navi übrigens auch online ausprobieren.

Hier findet ihr außerdem noch einmal das komplette Interview mit Christoph van Ophoven.

Titelbild: Dr. Hans Riegel-Stiftung

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Viele glückliche Umstände haben dafür gesorgt, dass ich nun hier sitze und als Teil der Redaktionsleitung funky betreue. Eigentlich wollte ich nur einen Job, der mir nie langweilig wird. Die Kulturszene, dachte ich mir, ist doch eine Szene voller Wandel. Deswegen habe ich Kulturarbeit studiert. Später habe ich festgestellt, dass es im Journalismus noch mehr Abwechslung gibt, weil man stets auf der konkreten Suche nach den neuen heißen Themen ist. So umgehe ich schreibend täglich meine Angst vor Unwissenheit.