Erythrit ist ein natürlicher Zuckerersatzstoff. Diätassistentin Cathrin Jäkel aus Biedenkopf hat uns einige Fragen dazu beantwortet.
Von Finja Weller und Judith Peter, Klasse 8c, Johannes-Althusius-Gymnasium Bad Berleburg

In vielen im Supermarkt erhältlichen Produkten, die wir häufig zu uns nehmen, verbirgt sich Zucker und dieser ist nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in Joghurts, Smoothies, Müsli, sowie Ketchup und vielen weiteren Produkten in großen Mengen enthalten. Ein normales Müsli zum Beispiel enthält ungefähr fünf bis acht Zuckerwürfel pro 100g. Dies entspricht ungefähr 15 bis 24 Gramm Zucker. Dabei sollten Erwachsene täglich nur bis zu 50 Gramm Zucker zu sich nehmen.

Auch für interessierte Verbraucher ist es nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, wie hoch der Zuckergehalt eines Produkts ist. Da die Lebensmittelindustrie inzwischen auf verschiedene Zuckersorten (zum Beispiel Maltose, Dextrose, Gerstenmalzextrakt und viele mehr) in einem Produkt zurückgreift und der Zuckergehalt somit nicht in der Summe erscheint, verschleiert sie so den wahren Zuckeranteil eines Produkts.

Der Verbraucher nimmt somit unwissentlich mehr Zucker zu sich, als empfohlen wird, was sich langfristig auf seine Gesundheit auswirken kann – zum Beispiel in Form von Übergewicht, Schädigungen des Herzkreislaufsystems und Diabetes.

Gesüßte Produkte und eine Packung Erythrit

Gesüßte Produkte und eine Packung Erythrit (c) Privat

Gute Süße für die Zähne

Und genau aus diesem Grund werden Zuckerersatzstoffe immer wichtiger. Doch was bringt ein Zuckerersatzstoff, wenn er genauso viele Kalorien hat, wie normaler Zucker oder gar nicht nach Zucker schmeckt? Erythrit kommt dem „normalen“ Zucker sehr nahe, denn er schmeckt nach Traubenzucker und seine Konsistenz ist ebenfalls körnig. Aber im Gegensatz zu Zucker hat er nur sehr wenige Kalorien. Seine Süßkraft ist jedoch nicht ganz so intensiv, wie die des Zuckers, weshalb man die Dosierung etwas erhöhen sollte.

Erythrit hat viele Vorteile im Vergleich zu Zucker, aber auch anderen Zuckerersatzstoffen gegenüber, denn er verhindert Karies und ist sogar gut für die Zähne. Deshalb finden wir diesen Stoff teils auch in unserer Zahnpasta vor. Zudem verbessert er die Calcium-Aufnahme im Blut.

Erythrit wird durch die Fermentation, was auch Gärung bedeutet, von Traubenzucker hergestellt. Dies erfolgt durch das Zusetzen von Hefepilz-Kulturen, die die Glucose des Traubenzuckers in Erythrit umwandeln. Dieser wird in der Fertigstellung nur noch gereinigt, filtriert und getrocknet.

Die Diätassistentin Cathrin Jäkel empfiehlt diesen Zuckerersatzstoff vor allem Diabetikern des Typs 2, da er sich nicht auf den Insulinhaushalt auswirkt und nur wenige Kalorien hat. Außerdem ist Erythrit auch für alle anderen Menschen geeignet – gerade für diejenigen, die gerne abnehmen möchten oder sich generell natürlich und gesund ernähren wollen. Aufgrund des relativ hohen Preises ist Erythrit bislang allerdings keine preiswerte Alternative zum handelsüblichen Zucker.

Beitragsbild: Sharon McCutcheon via Unsplash