Jugendliche, die schon nach acht Jahren Abi machen, haben kaum noch Zeit für einen Ausgleich zur Schule. Darum mögen viele die Rückkehr zu G9.
Von Johanna Nolte, Klasse 8b, Graf-Engelbert-Schule Bochum

Seit vielen Jahren setzten sich Eltern und Experten aktiv für die Rückkehr von G8 zu G9 ein, was sie auch erfolgreich geschafft haben, denn: im Sommer 2019 werden an vielen Schulen die neun Jahre zum Abitur wieder angeboten. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass acht Jahre zu wenig sind, um die Schule abzuschließen und finde es gut, dass G9 an viele Schulen Nordrhein-Westfalens zurück kommt.

Das Versprechen, als G8 eingeführt wurde, den Lehrplan zu kürzen, wurde nicht eingehalten. Daraus folgt, dass die Schüler mehr Stoff in weniger Zeit lernen müssen. So wird vieles für sie jedoch unverständlich, da die Zeit fehlt, die Themen in der entsprechenden Tiefe zu bearbeiten.

In meinem Umfeld merke ich, dass viele Schüler sehr gestresst ihren Alltag meistern. Sie haben merklich weniger Zeit für sonstige Aktivitäten, wie zum Beispiel Sport und Musik, die eigentlich ein wichtiger Ausgleich zur Schule sind, da der Nachmittagsunterricht ab G8-Zeiten extrem zugenommen hat. Stattdessen sitzen sie ständig an ihrem Schreibtisch, um den vielen Stoff unter hohem Druck zu lernen.

Wieviel bringt ein Gap Year?

Andererseits kann es aber auch Vorteile haben, nach zwölf Jahren Schule das Abitur zu haben. Befürworter argumentieren unter anderem damit, dass man früher anfangen kann, seinen eigenen Weg zu gehen und selbstständiger wird. Gleichzeitig wissen viele Schüler nach zwölf Jahren Schule aber noch nicht, was sie machen wollen und machen oft ein Gap-Year, in dem sie Zeit verschwenden, weil sie noch kein Ziel vor Augen haben.

G9 Schüler haben oft während der Schulzeit ein Auslandsjahr gemacht, in dem sie einige Entscheidungen für ihre Zukunft getroffen haben. Viele Schüler trauen sich das nicht mehr, da sie Angst haben, den Anschluss zu verlieren und nicht mehr hinterher zu kommen. Stattdessen stolpern sie jünger in das Berufsleben und treffen falsche Entscheidungen.

Wegen der oben genannten Argumente wünsche ich allen kommenden Schülern ab dem Sommer 2019 einen entspannteren Schulalltag als den, den wir G8-Schülerinnen und -Schüler haben, sowie einen sinnvoll strukturierten Lehrplan.

Beitragsbild: Hannah Busing via Unsplash