Polittalk am Bertha

Vertreter der Parteien im Bertha-von-Suttner-Gymnasium (c) Conrad Bornemann
Auf diesem Podium ist für alle Platz. (c) Conrad Bornemann
Am Bertha-von-Suttner Gymnasium durften Schülerinnen und Schüler mit Vertreterinnen und Vertretern der sechs großen und aussichtsreichen Parteien über die EU-Wahl sprechen.
Von Conrad Bornemann

Politik hautnah, zum Nachfragen, kritisieren und manchmal auch zum Lachen: das alles beinhaltet ein Polittalk. Eine Aktion, die es am Bertha-von-Suttner Gymnasium Oberhausen, schon seit vielen Jahren gibt. Das „Bertha“ hat sich den politischen Diskurs, den Meinungsaustausch und das Hinterfragen zur Aufgabe gemacht. Es ist „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ und will das auch leben. Das ist der Grund, weshalb die Oberstufenschülervertretung in diesem Jahr, anlässlich der Europawahlen am 26. Mai, einen solchen Polittalk organisiert hat. Das bedeutet, es wurden die sechs großen Parteien der Europawahl angeschrieben und gebeten, einen Kandidaten zu der Veranstaltung zu entsenden.

Am 29. März war es dann soweit. Es haben sich sechs Politiker*innen in der Schulaula eingefunden. Niema Movassat von den Linken, Terry Reintke von den Bündnis 90/Die Grünen, Jens Geier von der SPD, Dennis Radtke von der CDU, Moritz Körner von der FDP und Guido Reil von der AfD. Gerade für Schüler, die zum Beispiel eher weniger an der aktuellen Rentensituation interessiert sind, da das noch nicht maßgebend zu ihrem Interessenschwerpunkt zählt, ist es normalerweise schwer herauszufinden, wie eine Partei zu einem expliziten Thema steht.

Auf einer Bühne sitzen 8 Leute (c) Conrad Bornemann
Von links nach rechts: Niema Movassat (Die Linke), Terry Reintke (Bündnis 90/Die Grünen), Jens Geier (SPD), Dennis Radtke (CDU), Moritz Körner (FDP) und Guido Reil (AfD). In der Mitte die beiden Diskussionsleiter. (c) Conrad Bornemann

Einfach nachfragen

Möglicherweise steht das Thema, das interessiert, im Moment nicht so im Fokus der Medien, wie die Debatte um den Artikel 13 der EU Ende März. Dann müsste man sich durch das Wahlprogramm jeder Partei arbeiten, was gar nicht so einfach ist, da die Version der Grünen zum Beispiel ganze 197 Seiten umfasst und somit nicht gerade die passende Pausenlektüre ist. Eine bessere Variante ist da, einfach nachzufragen. Deshalb wurden gemeinsam in den Sozialwissenschaftskursen Fragen erarbeitet, die die Moderatoren der Veranstaltung den politischen Gästen gestellt haben. Es entstand eine wunderbare Atmosphäre des Debattierens, die während der gesamten Begegnung, nicht zuletzt durch die Moderatoren aus der Jahrgangsstufe zwölf, erhalten blieb.

Da die Europawahlen der Anlass für diesen Polittalk waren, ging es selbstverständlich um Europa. Eine Gemeinschaft in der wir alle leben und ein Bündnis, das spätestens mit der Signatur der Römischen Verträge 1957, eine Epoche des Friedens auf europäischem Boden einläutete. Doch trotz der vielen Vorzüge, die die EU bietet, hat sie eine Menge Gegner. Politiker, die sich eine Renaissance des Nationalstaates wünschen und die für geschlossene Grenzen plädieren. Gerade diese Entwicklung bereitet der Mehrheit der jungen Menschen Sorge, weshalb schon eine der einleitenden Fragen war, warum Europa wichtig für uns ist. Jeder Politiker durfte dann zu dieser Frage seine Meinung erläutern.

Waffenexporte werden kontrovers diskutiert

Anschließend führten Fragen rund um die Themen Artikel 13, den Brexit und den Klimaschutz, verbunden mit den „Fridays For Future“-Demos, durch die Veranstaltung. Hin zu den Schülerfragen die die jeweiligen Schüler selber stellen durften. „Wie stehen Sie zu den Waffenexporten Deutschlands, einem Land das sich an jeder anderen Stelle für Frieden einsetzt?“, war zum Beispiel ein Aspekt. Logischerweise waren die Meinungen der Politiker zu vielen Themen sehr gegensätzlich, was auch zu verbalen Auseinandersetzungen führte. In einem Thema waren sich die Politiker allerdings alle einig: Geht am 26. Mai wählen, denn ihr könnt entscheiden, wie es mit Europa weitergeht, wer die Macht bekommt und wer die Gesetze macht.

Dieser Polittalk hat mir ganz viel gezeigt: Zum Einen die Verhaltensweisen der Politiker, als auch die Einstellungen der verschiedenen Parteien zu Themen, die mir wichtig sind. Also engagiert euch, organisiert einen Polittalk an eurer Schule und vor allem – geht wählen!

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