Im digitalen Regen: Kommentar zu Laschets Veto gegen den Digitalpakt

Junge Leute arbeiten an einem Laptop
Junge Leute arbeiten an einem Laptop (c) unsplash.com
Ja, eine Digitalisierung unserer Schulen wäre wünschenswert. Aber selber können wir die Kosten nicht stemmen. Ein Kommentar
Von Lena Neumann, Klasse 8a, Schiller-Schule Bochum

Vor kurzem erschien ein Artikel in der WAZ, in dem es darum ging, dass sich nordrhein-westfälische Schüler über das Veto ihres Ministerpräsidenten Armin Laschet gegen den Digitalpakt empört hätten.

Als 13-jährige Schülerin kann ich mich der Empörung anschließen – allerdings nur auf den ersten Blick! Fakt ist, dass wir in der Schule wirklich rückständig sind. Statt auf einem Tablet die Aufgaben zu bearbeiten, müssen wir immer noch den Füller zur Hand nehmen, um zum Beispiel Matheaufgaben zu lösen.

Bei dem ein oder anderen Fach mag das ja auch noch durchaus sinnvoll sein, doch im Vergleich zu Ländern wie Dänemark, den Niederlanden oder der Schweiz hinken wir hinterher. Das betrifft sowohl die technische Ausstattung als auch die Fähigkeit, die digitalen Medien zu verstehen und zu nutzen. Ist ja auch logisch! Wenn ich nicht die Möglichkeit habe, mit einem Tablet oder Computer zu arbeiten, kann ich mich mit diesem Medium auch nicht wirklich kritisch auseinandersetzen.

Doch worum ging es eigentlich bei Herrn Laschets Veto? Die in Aussicht gestellten fünf Milliarden Euro für den Digitalpakt sollen tatsächlich mit der anstehenden Grundgesetzänderung vom Bund an die einzelnen Länder fließen. Doch der Haken an der Gesetzesänderung ist, dass die einzelnen Länder ab 2020 mindestens die Hälfte des Digitalisierungspaktes selbst bezahlen sollen. Dafür fehlt aber vielen Ländern – auch Nordrhein-Westfalen – das Geld.

Deswegen legt Herr Laschet sein Veto ein und ist damit übrigens nicht der Einzige. Denn inzwischen haben sich alle 16 Bundesländer auf der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin einstimmig dagegen ausgesprochen. Meiner Meinung nach vollkommen richtig. Es kann nicht sein, dass man die Länder erst mit einem Freifahrtschein ködert und dann im zweiten Schritt Investitionen verlangt, die gar nicht finanziert werden können.

Meine dringende Bitte an alle Verantwortlichen: Einigt euch und lasst uns Schüler nicht im digitalen Regen stehen!

Beitragsbild: Unsplash

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