Die Firma Thyssenkrupp hat in Essen und Umgebung Tradition. Es handelte sich ursprünglich um ein Familienunternehmen, das später fusionierte
Von Philipp Viossat, Klasse 8b, Grashof Gymnasium Essen

Die Familie Krupp gehörte schon seit mehreren Jahren zur wohlhabenderen Schicht der Essener Bürger, stellte Ratsmitglieder und auch Bürgermeister, als Friedrich Krupp 1811 die Krupp-Gussstahlfabrik gründete. Sein Sohn Alfred brachte das Unternehmen zu großem Erfolg und formte aus einer kleinen Firma einen Weltkonzern.

Dieser Erfolg beruht auf dem sogenannten nahtlosen Radreifen, der schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis nach Nordamerika geliefert wurde. Die drei Ringe des Firmenzeichens gehen auf diese Radreifen zurück. Schon 1912 nahm die Gussstahlfabrik eine Fläche von fünf Quadratkilometern ein. Einer der Eingänge zum Firmengelände befindet sich in der Essener Innenstadt am Limbecker Platz. Das Colosseum und das Parkhaus von Ikea sind alte Fabrikgebäude von Krupp.

Die Firma Krupp war auch im Rüstungsgeschäft tätig, was ihr zu Zeiten des Nationalsozialismus den zweifelhaften Beinamen „Waffenschmiede des Reiches“ einbrachte. Auch die Familie Thyssen war bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts industriell tätig. August Thyssen gründete 1870 in Styrum bei Mülheim an der Ruhr, einer Nachbarstadt Essens, das Walzwerk Thyssen und Co. Dieses Unternehmen bildete den Grundstock für einen der größten Stahlkonzerne Europas. 1891 begann in Beeck und Bruckhausen, heute Stadtteile von Duisburg, die Stahlerzeugung.

1999 erfolgte die Fusion zwischen der Friedrich Krupp AG Hoesch Krupp, wie die Firma mittlerweile hieß und der Thyssen AG zur Thyssenkrupp AG. Der Konzern beschäftigt weltweit circa 161.000 Mitarbeiter und hat einen Umsatz von rund 43 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist börsennotiert und kam Mitte 2018 auf einen Börsenwert von circa 17,3 Milliarden US-Dollar.

Der Sitz von Thyssenkrupp war zunächst in Düsseldorf und wurde 2006 nach Essen verlegt. 2010 wurde die neue Firmenzentrale auf dem alten Werksgelände der Gussstahlfabrik Krupp bezogen.

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