Unter dem Motto „Zusammen Wachsen“ versucht die Pfarrei St. Ludgerus aus Essen ihr „Sehen, Urteilen und Handeln“ zu verbessern
Von Christopher Schwägerl, Klasse 8a, Grashof Gymnasium Essen

„Zusammen Wachsen“ ist das Motto des Pfarreientwicklungsprozesses in der Pfarrei St. Ludgerus. Im Jahr 2015 erteilte das Bistum Essen seinen 42 Pfarreien den Auftrag, bis 2030 ein aktives christliches Leben in den Pfarreien zu entwickeln. Sowohl aufgrund sinkender Priesterraten als auch einer geringeren Zahl von Kirchenmitgliedern und dadurch fehlende Finanzen, sah sich das Bistum dazu gezwungen.

Dazu wurde ein Konzept zur Entwicklung der Pfarrei erstellt. Folgen dieses Projektes wären, dass sich die Pfarrei beziehungsweise die Gemeinde entscheiden müsste, wie sie aktiv gelebt werden will und welche Räume dafür benötig werden. Die Pfarrei St. Ludgerus besteht aus vier Gemeinden: St Ludgerus in Werden, St. Kamillos in Heidhausen beziehungsweise Fischlaken, Christus König in Haarzopf und St. Markus in Bredeney. Für diese vier Gemeinden sollte Pfarrei-übergreifend eine Planung erarbeitet werden, in der sowohl das aktive christliche Leben, als auch die Finanzen und Gebäude berücksichtigt werden.

Dieser Prozess teilt sich in drei Abschnitte: Sehen, Urteilen und Handeln. Im Abschnitt ‚‚Sehen“ ging es darum, ab dem Jahr 2016 Fakten und Daten zusammenzutragen. Dafür wurde eine Koordinierungsgruppe einberufen, die aus Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat, Pastoralteam und unterstützenden Mitgliedern bestand. Diese Gruppe hatte die Aufgabe, die geplanten Schritte zu koordinieren.

Neben der Arbeitsgruppe Ressourcen, die sich um die Überprüfung der Finanzen und Gebäude kümmerte, gab es die Gruppe Pfarreiprofil. Diese hatte die vier Schwerpunkte Liturgie, Caritas, soziales, Ökumene, Kinder und Jugend. In diesen Gruppen konnte Pfarreimitglieder konstruktiv ihre Ideen für ein aktives christliches Leben einbringen.

Im Abschnitt „Urteilen“ gab man dem Prozess den Titel „Zusammen Wachsen“, denn in der Zukunft sollen die Pfarreien nicht nur zusammen wachsen, sondern auch zusammenwachsen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden in einem Votum mit dem genannten Namen zusammengefasst. Zwei Schwerpunkte dieser Planung waren, zum einen ein Pfarreiprofil, in dem das christliche Leben beschrieben wird, zum andern die wirtschaftlichen Perspektiven, die die Finanzen und die verschiedenen Vorschläge der baulichen Veränderungen beschreiben.

Die Gemeindemitglieder wurden in Gemeindeversammlungen informiert. Mit der Abgabe des Votums an den Bischof endete die Phase des Urteilens. Im Frühjahr 2018 bestätigte der Bischof das Votum und es begann die Phase des Handelns. Eine Steuerungsgruppe wurde eingesetzt, die die Umsetzung koordinierte. Für die Umsetzung werden in den einzelnen Gemeinden Projektgruppen eingesetzt. Diese prüfen die im Votum angedachten Varianten. Erste Objekte werden die katholischen Kindergärten in St. Markus Bredeney und St. Kamillos Fischlaken sein.

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