Ein Besuch von Salomon Perel hat bei unserer Autorin vor allem ein Gefühl hinterlassen: So etwas wie den Holocaust dürfen wir nie wieder zulassen.
Von Ema Klahn

Als uns vor einigen Wochen der Zeitzeuge Salomon Perel in der Schule besucht hat, war das für mich ein sehr bewegendes Erlebnis. Seine Geschichte zu hören – er hat die Zeit des Nationalsozialismus überlebt, indem er seine jüdische Identität verborgen hat –, war etwas ganz anderes, als im Geschichtsunterricht über die NS-Zeit zu lesen. Eines haben die Worte von Salomon Perel mir besonders gezeigt: So etwas darf nie wieder passieren. Auch nichts annähernd Ähnliches.

Wir können den Kurs noch ändern

Doch wer genau hinsieht, kann den Eindruck bekommen, etwas bahnt sich in Deutschland an. Es gibt vereinzelte Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens und Homosexuelle. Dafür trifft andere umso unverhohlener der Hass: Menschen mit einer anderen Nationalität, umgangssprachlich Ausländer genannt.

Das konnte man beispielsweise in Chemnitz sehen, wenn man nicht bloß über die Vokabel „Hetzjagd“ stritt. Man sieht es regelmäßig in den beifallsheischenden Boulevardmedien des Landes. Dort und am Stammtisch wird jeder Anlass dankend angenommen, Ausländer zu Sündenböcken zu machen. Und mit der AfD ist 2017 eine Partei in den Bundestag eingezogen, die ich als fremdenfeindlich bezeichnen würde und die aktuell erschreckenderweise ähnlich viele Stimmen bekommen würde wie SPD und Grüne.

Das kann doch alles nicht sein! Ich kann verstehen, wenn man unzufrieden mit der momentanen Politik ist. Wirklich. Doch Ausländerfeindlichkeit ist nicht die Lösung. Lasst uns doch stattdessen die Regierungsparteien durch menschenfreundliche Proteste zu Kursänderungen bewegen. Lasst uns für die Rechte aller kämpfen. Lasst uns auf die Straße gehen! Für andere. Für uns. Für alle. Wie bei #unteilbar in Berlin. Damit sich die Geschichte nicht wiederholt.