Lasst uns eins vorweg festhalten: Massentierhaltung und Tierquälerei findet niemand wirklich gut. Warum werden dann diejenigen gebasht, die sich dagegen einsetzen?
Von Alene Paulina Schnell

Wie oft muss ich mir noch sagen lassen, Veganer seien Freaks? Irgendwie schon verständlich, denn das Wort „Veganer“ ruft sofort Assoziationen hervor wie: Leute, die sich nur von Gras und Brot ernähren und jeden von der Überlegenheit ihres Ernährungsstils überzeugen wollen. Doch das Erste ist falsch, das Zweite mag nervig sein. Und am Ende sind Veganer einfach nur Menschen, die auf tierische Produkte wie Milch, Fleisch und Honig verzichten.

Deshalb ist dieses Bashing so verdammt traurig und ich möchte mal klar sagen: Jeder, der sich gegen Veganismus ausspricht oder es schlecht macht, jeder, der Leute doof anguckt, weil sie sich für die Rechte von Tieren einsetzen, jeder, der so etwas tut, setzt damit ein Statement.

Ein Statement dafür, dass Kälber weiterhin nach kurzer Zeit von ihrer Mutter getrennt werden. Dass Kühe so gezüchtet werden, dass sie zu schwache Beine haben, um zu laufen, oder vornüberkippen. Dass sich Schweine nach der Geburt ihrer Ferkel nicht mal zu diesen umdrehen können, weil der Platz gerade mal dazu ausreicht, dass sie aufstehen und sich wieder hinlegen können – um danach von Neuem unfreiwillig mit einem Schlauch befruchtet zu werden!

Fleischessen ist okay, kein Fleisch zu essen auch

Denn das ist es ja, was Veganer verhindern möchten. Grausamkeiten, die niemand gut findet. Nur können sich die meisten nicht dazu durchringen, sich vegan zu ernähren. Viele Leute, die es versuchen, finden es schwer, auf bestimmte tierische Produkte zu verzichten. Besonders am Anfang ging mir das genauso.

Aber nur weil es nichts für jeden ist, sollte niemand Veganer oder Vegetarier schlechtmachen. Es ist doch kein Grund, sich persönlich angegriffen zu fühlen! Umgekehrt finde ich Fleischessen okay. Für seine Ernährung muss man sich nicht rechtfertigen, auch nicht vor Veganern. Höchstens vor sich selbst.

Also, wenn ihr das nächste Mal einen Veganer trefft, beschimpft ihn nicht. Spart euch auch Ausreden wie „Vielleicht ging es dem Tier ja gut“. Sondern sagt einfach: „Boah, cool! Ich kann oder möchte darauf nicht verzichten, aber du hast meine volle Unterstützung.“ Ihr wollt ja auch nicht, dass Tiere für unsere Ernährung leiden müssen. Wenn ihr nicht engagiert genug seid, euch dagegen einzusetzen, unterstützt zumindest die, die es tun.

Titelbild: Glückliches Kalb in der Natur (c) Annie Spratt / unsplash.com