Beim Hackathon #NextLevelRuhr ist der Kumpelmat entstanden, eine Mischung aus Kumpel und Automat, der die Menschen im Ruhrgebiet vernetzen soll.
Von Laura PatzKumpelhaft

Im Rahmen von „Glückauf Zukunft!“, einer gemeinsamen Initiative von RAG-Stiftung, RAG, Evonik und IG BCE, fand im November letzten Jahres der Hackathon #NextLevelRuhr statt. Ziel der Organisatoren und Teilnehmer des Wettbewerbs war, das Ruhrgebiet als Standort für junge Menschen attraktiver zu gestalten. Das Team Projektbüro Vatter und Söhne stellte am Ende des zweitägigen Hackathons den Kumpelmat vor – eine Erfindung, die Online und Offline miteinander verbindet. Wir sprachen mit Stefan Kohlmann, Mitglied des zweitplatzierten Teams darüber, was genau ein Kumpelmat ist.

Spulen wir erst mal zurück zum Hackathon. Wie entstand denn die Idee zum Kumpelmaten?

Unser Team hat sich die Frage gestellt, was neben Arbeitsplätzen und guter Infrastruktur noch dazu beitragen könnte, junge Menschen und Hochschulabsolventen im Ruhrgebiet zu halten. Wir kamen dann zu dem Schluss, dass ein attraktives Wohnumfeld ein wichtiger Standortfaktor ist.

Warum braucht es dafür einen Kumpelmaten?

In der gewachsenen Nachbarschaft einer Zechen-Siedlung tauscht man sich spontan am Gartenzaun aus und erfährt so von lokalen Neuigkeiten. In dicht besiedelten Stadtteilen gibt es stattdessen eine hohe Fluktuation unter den Bewohnern und entsprechende Anonymität. Es fehlt der Kumpel am Gartenzaun. Diese Lücke soll der Kumpelmat schließen. Er bringt quasi die Gartenzaun-Tradition in ein urbanes Setting und setzt damit ein Stück Ruhrgebietskultur fort.

So soll es funktionieren.

Wie funktioniert das?

Es handelt sich um einen Automaten, der die Menschen in einem Stadtteil mit Tipps und Ideen versorgt. Dadurch kann man zum Beispiel lokale Freizeitangebote entdecken oder Menschen aus dem Viertel kennenlernen. Durch sein Aussehen und seine Tipps erhält er einen eigenen Charakter und wird so zu einem geschätzten Kumpel im Stadtteil.

Woher nimmt der Automat sein Wissen und wie kann ich darauf zugreifen?

Der Kumpelmat druckt bei Einwurf von Ein-, Zwei- oder Fünf-Cent-Münzen ein Ticket, auf dem zufällig ausgewählte Informationen, Veranstaltungshinweise oder Tipps für das Stadtviertel stehen. Dabei greift er auf Ideen zurück, mit denen ihn Bewohner aus der Umgebung auf der Online-Plattform www.kumpelmat.ruhr gefüttert haben.

Zeichnung

Und so könnten die Zettel aussehen, die der Kumpelhaft ausspuckt.

Der Kumpelmat ist derzeit noch in der Herstellung. Worauf achtet ihr beim Bau von so einer neuen Erfindung?

Die Bastler vom sogenannten Maker Space der Hochschule fertigen momentan zwei individuelle Prototypen an. Beim Bau sollen robuste und haltbare Materialien genutzt werden, um den Kumpelmaten vor Vandalismus zu schützen und ihn haltbar zu machen.

Wie schätzt du das Zukunftspotenzial eurer Erfindung ein?

Die Idee des Kumpelmaten lässt sich beliebig weiterspinnen. Sobald mehrere Kumpelmaten in verschiedenen Stadtvierteln im Ruhrgebiet aufgestellt worden sind, können sich die Bewohner verschiedener Viertel über den Kumpelmat austauschen. So fördert unsere Erfindung die Vernetzung der Menschen im Ruhrgebiet über die Stadtgrenzen hinaus.

Titelbild: Das Projektbüro Vatter und Söhne, gerahmt von der Jury (c) Nikelowski

Die Reihe Glückauf. Forever entsteht in Kooperation mit der RAG.