Die Tore fallen in letzter Minute, die Favoriten tun sich schwer, Neulinge können überraschen – wir schauen auf die erste Woche der Fußball-Weltmeisterschaft zurück und halten fest: Tippspiele werden zu Glücksspielen.

Von Moritz von Blittersdorff

Die erste Woche der WM 2018 ist fast vorbei und jedes Team hatte mindestens einmal die Chance, sich zu zeigen. Nun geht es für alle um die Vorentscheidungen in den Gruppen und das Einziehen ins Achtelfinale. Doch bisher war es eine WM mit vielen Überraschungen – Tipps abzugeben fällt schwer.

Wer konnte sich bis jetzt verdient durchsetzen?

Es konnten erst vier Favoriten richtig überzeugen: England, Belgien, Spanien und Portugal.

England gewann ihr Spiel gegen ein sehr starkes Tunesien letztlich verdient, wenn auch durch das Tor in der 92. Minuten ein wenig glücklich. Sie überzeugten mit vielen Passstafetten und die dadurch entstehenden Chancen.

Belgien konnte sich souverän gegen Panama durchsetzen, auch wenn sie sich in der 1. Halbzeit noch schwer taten. Das Traumtor von Mertens eröffnete dann das 3:0 für die „roten Teufel“. Jedoch hatten sie mit Panama, die zum ersten Mal an einer WM teilnehmen, einen der einfachsten Gegner der WM. Erst gegen Tunesien müssen sie sich wirklich beweisen.

Portugal lieferte ein sehr starkes Spiel gegen einen der WM-Favoriten ab. Sie ließen sich trotz zweimaliger Führung der Spanier nicht unterkriegen. Ronaldo schoss alle 3 Tore für Portugal und sicherte der Mannschaft verdient noch einen Punkt durch einen beeindruckenden Freistoß in der 88. Minute.

Jedoch konnte auch Spanien durch ihren Ballbesitzfußball und ihre gute Übersicht auf dem Platz überzeugen. Ihr einziger Schwachpunkt war die Abwehr, obwohl diese sehr gut besetzt ist. Sie ließen „CR7“ zu viele Chancen, die er eiskalt ausnutzte.

Und was ist mit den anderen „Favoriten“? Frankreich mühte sich zum 2:1 gegen Australien, Argentinien und Brasilien kamen nicht über ein 1:1 hinaus und Deutschland verlor sogar mit einer desaströsen Leistung.

Vernünftige Tipps fast unmöglich

Bei vielen ausgeglichenen Spielen wie Polen – Senegal, Peru – Dänemark oder Russland – Ägypten konnte man nur sehr schwer etwas voraussagen. Zudem kommen noch viele Last Minute-Tore wie bei England – Tunesien, Spanien – Portugal oder Ägypten – Uruguay hinzu, die einem gerne auf den letzten Drücker den Tipp versauen.

Deshalb ist es so schwer bei dieser WM zu tippen. Wer weiß schon, ob sich Deutschland im nächsten Spiel verbessert oder wieder verliert. Es ist alles möglich. Das kann dazu führen, dass Leute mit weniger oder keiner Fußballkenntnis auf einmal im Tippspiel überraschend Erster sind. In meiner Tipprunde bin ich momentan Letzter und ein Klassenkamerad, der nur „aus Spaß“ mitspielt, konnte bisher dreimal so viele Punkte wie ich absahnen und steht aktuell an der Spitze.

Titelbild: Getty Images