Dieser Tage wird oft die Digitalisierung des Schulalltags besprochen. Gehören Papier, Kreide und Bücher bald der Vergangenheit an?

Von Pauline Lorenz, Klasse 11, Leonardo-da-Vinci-Gymnasium Berlin

Schüler, die abwechselnd auf ein Whiteboard oder einen Computer starren und per Headset miteinander kommunizieren – so stellen sich treue Fans der schulischen Digitalisierung die „kreidefreie Schule der Zukunft“ vor. Doch ist diese Vorstellung umsetzbar? Besonders angesichts der häufigen Vernachlässigung milieuspezifischer Nachteile oder sozialer Ungleichheiten zwischen verschiedenen Kindern finde ich das Thema schwierig.

Wir wollen Stift und Papier!

Können wir Schüler selbst es uns überhaupt vorstellen, ohne Papier, Bücher oder eine ganz normale Kreidetafel unterrichtet zu werden? Die Vorstellung, dass Papier oder Kreide – bisher völlig normale Unterrichtsmaterialien – bald der Vergangenheit angehören sollen, ist für viele Schüler undenkbar. Und das, obwohl sie als „Digital Natives“ aufgewachsen sind. Trotz des Angebotes, den Unterricht digitaler zu gestalten, bevorzugen viele der Schüler tatsächlich Papier und Stift. Denn das Aufschreiben bestimmter Dinge hilft dabei, sich Sachen einzuprägen.

5 Milliarden für die Digitalisierung

Würde eine Digitalisierung den Schülern das Lernen also erschweren? Laut Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat Berlin mit dem „eEducation Berlin Masterplan“, dem Konzept für die schulische Digitalisierung, einen guten Einstieg in die flächendeckende, digitalgesteuerte Bildung an Berliner Schulen geschaffen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will daher mit rund fünf Milliarden Euro Schulen mit W-LAN, Endgeräten und Breitbandanbindungen ausstatten.