Immer wieder wird diskutiert, ob Reitsport Pferden schadet. Dabei kommt es darauf an, wie oft und unter wieviel Druck man trainiert.
Von Rosa Umland, Klasse 8a, Gymnasium am Bötschenberg, Helmstedt

Freizeitreiten oder Turniersport? Was ist nun besser für das Pferd und was schadet ihm vielleicht? Ich habe mich mit diesem Thema beschäftigt, da ich selber auch reite und mit Pferden aufgewachsen bin. Ich habe mich schon oft gefragt, ob gewisse Umgangsarten im Reitsport dem Pferd nun schaden oder nicht.

Zu diesem Thema habe ich ein Mädchen im Alter von elf Jahren befragt. Sie reitet schon länger Turniere und ist dort auch schon ein bisschen erfolgreich. Dadurch habe ich von ihr noch Vieles über den Turniersport erfahren. Ihre Pferde leben nicht in Offenstallhaltung. Diese Wahl hat aber keinen bestimmten Grund. Sie hat mir erzählt, dass ihre längste Hänger-Fahrt sechs Stunden dauerte. Ob das noch gesund für das Pferd ist? Auf die Frage, wie oft sie auf einem Turnier ist, antwortete sie, „eigentlich jedes Wochenende“. Sie habe montags, dienstags, donnerstags und sonntags Training, davon einmal Dressur- und sonst Springtraining und an den anderen Tagen extra Training oder auch mal ein  Ausritt. Sie hat drei Pferde und ist der Meinung, dass diese eine gute Verbindung zu ihr haben.

Manchmal ist es besser, es ruhig angehen zu lassen

Ich habe auch ein 15-jähriges Mädchen, eine Freizeitreiterin, befragt. Ihr Pferd steht auch nicht im Offenstall. Zum Unterricht fährt sie nur einmal in der Woche eine Stunde montags, sonst longiert sie, reitet aus oder sie geht auf den Platz bei ihr zu Hause. Auch auf Bodenarbeit legt sie im Gegensatz zur Turniersportreiterin viel Wert. Sie findet, dass man damit die Verbindung zwischen Pferd und Reiter stärken beziehungsweise überhaupt ersteinmal herstellen kann. Zu Turnieren fährt sie nie und ihre einzige Hänger-Fahrt, die sie macht, ist die montags zum Reitunterricht. Diese Fahrt dauert auch nur 20 Minuten.

Ich selber reite schon seit ich klein bin. Am Anfang bin ich auch ein paar Reiterwettbewerbe mitgeritten. Das wurde dann aber immer weniger und irgendwann habe ich dann ganz aufgehört. Ich habe auch ein Pferd und reite nur einmal in der Woche im Unterricht. Sonst reite ich im Gelände oder longiere. Ich finde, dass der Turniersport manchen Pferden schadet, da ich selber auch schon auf großen Turnieren wie zum Beispiel auf den Löwen Classics war und dort schon oft Reiter gesehen habe, die ihre Pferde quälen. Sie loben sie nicht und kümmern sich nicht gut um sie. So etwas sieht man auch oft in Dokumentationen. Ich habe aber auch durch meine Interviews und Recherchen gesehen, dass es auch viele gibt, die ihren Pferden nicht schaden.

Auf das „wie“ kommt es an

Ich habe die beiden Mädchen gefragt, wie sie zu der Aussage „Turniersport schadet Pferden“ stehen. Die Freizeitreiterin stimmt dieser Aussage teilweise zu, da sie findet, dass es okay ist, wenn man ab und zu oder häufiger auf Turniere geht. Andererseits sollte man aber dem Pferd auch mal eine Pause geben, da ein Turnier manchmal sehr stressig sein kann. Sie findet große Turniere wie zum Beispiel die Löwen Classics nicht gut, da das oft einfach zu hoch ist. Die Turniersportreiterin findet, diese Aussage sei quatsch, da sie denkt, dass man das auch ohne Druck schaffen kann. Ich habe aus eigener Erfahrung gesehen, dass sie natürlich aufgeregt ist, aber trotzdem dabei ruhig bleibt und das Pferd nicht bestraft. Es bleibt ja jedem selbst überlassen, was er macht und wie er es macht. Ich konnte mit diesen Interviews jedenfalls meine eigene Meinung festigen.
Beitragsbild: Muye Ma via Unsplash