… weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Das schallte bei den „Fridays for Future“-Demos am 15. März  durch die Städte dieser Welt. Wir waren in Düsseldorf dabei.
Von Emma Kadach

In 125 Ländern fand am 15. März der internationale Schulstreik unter dem Motto „Fridays for Future“ statt. Millionen von Jugendlichen versammelten sich an 2038 Plätzen auf der ganzen Welt, um an diesem Tag für das Klima zu protestieren. Allein 300.000 Leute sollen es in Deutschland gewesen sein. Dieser Tag stand speziell unter dem Motto: „Verkehrswende statt Weltende“.

Auch in Düsseldorf wurden über eintausend Schülerinnen und Schüler erwartet. Die Erwartungen wurden jedoch deutlich übertroffen, sodass trotz starken Regens und winterlichen Temperaturen fast zehntausend Jugendliche für ihre Zukunft auf die Straße gingen.

Unterstützung von „Parents for Future“, „Scientists for Future“, „Ü50 for Future“ und „Omas gegen Rechts“

Die Demonstration startete in Düsseldorf am Rathausplatz. Dort versammelten sich zwar hauptsächlich Jugendliche, jedoch gab es auch viele Kinder und erwachsene Teilnehmer. Auch eine große Zahl an Eltern und Großeltern war dabei. Denn es gab unter anderem Unterstützung von „Parents for Future“, „Scientists for Future“, „Ü50 for Future“ und „Omas gegen Rechts“.

Zwei junge Demonstranten (c) Emma Kadach

Irgendwann ist immer das erste Mal! Der 15. März war das erste Mal Klima-Demo von Maria-Lara und Erik. (c) Emma Kadach

Zwei der jüngeren Teilnehmer waren der 12 Jahre alte Erik und die ebenfalls 12-jährige Maria-Lara. Sie nahmen zum ersten Mal an einer Demonstration von Fridays for Future teil. Erik erklärte: „Die Politiker sollten mehr auf die Umwelt achten und auch mehr an die jüngere Generation denken“.

Vom Rathaus ging es, mit mehreren Zwischenstopps, bis zum Landtagsgebäude. Auf dem Weg wurden verschiedene Sprüche wie „Hopp, hopp, hopp, Kohlestopp“ oder auch „What do we want? Climate Justice! When do we want it? Now!“ gerufen. Die Stimmung war überwältigend und es war gar nicht mehr möglich den Anfang und das Ende der Menge an Demonstranten auszumachen. Die Gruppe hat es geschafft, dass sich sogar einige Passanten in die Demo einreihten oder ihre Unterstützung durch Klatschen und Jubeln zeigte. Es war zwar laut, da viele Teilnehmer wütend auf die Politik waren, jedoch verlief der Tag gewaltfrei und komplett friedlich.

Greta Thunberg als Karnevalswagen (c) Emma Kadach

Typisch Düsseldorf: Auch für die „Fridays for Future“-Demo gab es einen Wagen, passend zum Anlass mit einer überlebensgroßen Greta Thunberg. (c) Emma Kadach

Nach einigen Stunden kam der Zug am Landtag an. Dort stand auch der Karnevalswagen von Greta Thunberg. Die 16-jährige Schwedin hatte letztes Jahr im Sommer angefangen, Freitags nicht mehr die Schule zu besuchen um auf den Ernst der Klimakrise aufmerksam zu machen und zu erreichen, dass die Politiker sich mehr für den Umweltschutz einsetzen.

„Wer nichts fordert, kriegt auch nichts“

Außerdem gab es eine kleine Bühne, auf der später Lieder gesungen wurden und Reden gehalten wurden. So sprach dort unter anderem auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Monika Düker, und der verkehrspolitische Sprecher der SPD Carsten Löcker. Düker beglückwünschte die Teilnehmer und sagte: „… auch mit diesen kritischen Rückmeldungen, die ihr kriegt, ihr habt alles richtig gemacht.“ Auch Löcker stand der Demonstration positiv gegenüber und fasste seine Meinung in einem Satz zusammen: „Wer nichts fordert, der kriegt auch nichts in dieser Republik.“

Die Dinosaurier dachten auch, sie hätten Zeit (c) Emma Kadach

Wie das geendet hat, wissen wir alle. (c) Emma Kadach

Vor dem Landtagsgebäude traf ich zwei 18-jährige Schülerinnen, die schön häufiger bei „Fridays for Future“-Streiks teilgenommen hatten. Beide teilten mir mit: „Die Politiker sollen endlich aufwachen und anfangen, sich mit den Themen, die wir Jugendlichen ansprechen, intensiv zu beschäftigen.“

Die Demonstrationen von Fridays for Future finden immer während der Schulzeit statt. Deshalb ist es ganz wichtig, bevor man an einem solchen Streik teilnimmt, mit der Schule zu sprechen. Einige Schulen erlauben die Teilnehme zwar, andere jedoch tragen die Fehlstunden als unentschuldigt ein.

Unentschuldigte Fehlstunden und soziale Suchmaschinen – die Themen am Rand der Demo

Demonstrantinnen (c) Emma Kadach

Immer dabei: Ihr Motto als Plakat! Das sind die beiden treuen Demonstrantinnen Laura und Ayleen. (c) Emma Kadach 

Auch die 16-jährige Laura und die 17-jährige Ayleen wissen noch nicht, ob sie unentschuldigte Fehlstunden erhalten werden. Sie erklärten: „Unsere Schule interessiert sich nicht so für die Aktion, deshalb haben wir wahrscheinlich unentschuldigte Fehlstunden.“ Beide wollten aber unbedingt teilnehmen und haben eine klare Botschaft an die Politiker: „Ihr müsst jetzt handeln bevor es zu spät ist.“

Aber auch wenn man aus verschiedenen Gründen nicht an den Demonstrationen teilnehmen kann, gibt es Möglichkeiten zu helfen. Die 16-jährige Michaela erklärte mir: „Man kann versuchen auf Plastik zu verzichten, also weniger Plastikflaschen und Plastiktüten kaufen. Oder man benutzt Apps wie Ecosia. Ecosia funktioniert wie jede andere Suchmaschine, pflanzt aber mit dem Geld, das durch Suchanfragen eingenommen wird Bäume.“

Sie hören erst auf, wenn sich etwas ändert

Die bisher größte Demo von Fridays for Future ist zwar jetzt erst einmal beendet, aber es lässt sich vermuten, dass bald weitere Demonstrationen geplant werden. Denn eins ist sicher: Die Streiks werden erst aufhören, wenn in der Politik endlich gehandelt wird!

Titelbild: Emma Kadach