Die meisten kennen Popmusik aus Deutschland, England oder den USA. Aber auch in Südkorea wird gute Popmusik gemacht: K-Pop.
Von Leonie Kempen, BM81, Käthe-Kollwitz-Kolleg Oberhausen

K-Pop hat weitaus mehr zu bieten als den Gangnam Style.Zunächst gibt es beim Hören von K-Pop natürlich für die meisten von uns ein Problem: die Sprache. Die wenigsten von uns werden Koreanisch verstehen. Trotz der fremden Sprache lohnt es sich, die Lieder anzuhören. Auch wenn man das meiste nicht versteht, ist in erster Linie eins wichtig: die Stimmung, die ein Lied vermitteln will und die hört man aus den Liedern gut raus. Egal ob traurig, fröhlich, enttäuscht – die koreanischen Sänger bringen das durch den Klang ihrer Stimmen auch rüber, wenn man kein Wort versteht.

Für und von allen Geschlechtern

Es gibt in Südkorea entsprechend Girl-und Boy Bands. Könnte man sagen, dass die Boy-Bands erfolgreicher sind, als die Girl-Bands? Eher nicht. Seit koreanischer Pop durch dem Import von japanischem Pop und Rap entstand, sind beide Geschlechtergruppen meistens gleich beliebt. Viele Bands singen das gleiche Lied, das im Original auf Koreanisch gesungen wird oft auch noch einmal auf Japanisch oder Chinesisch.

Hinter den meisten Künstlern stehen einige große Musikkonzerne – also die, die die Verträge erstellen und die Sängerinnen und Sänger ausbilden. SM Entertaiment, YG Entertaiment und JYP Entertaiment dominieren den koreanischen Musikmarkt.

2009 verklagte eine Bands namens „TVXQ“ den Konzern SM Entertaiment, da die Verträge zu lang wären und zu wenig bezahlt würde. Es gibt immer wieder Kritik, dass die großen Musikkonzerne ihre Künstler mit regelrechten „Sklavenverträgen“ an sich binden würden.

Kostprobe K-Pop gefaellig? Dann klickt hier! (c) YouTube

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Die meisten koreanischen Bands bestehen aus fünf bis sieben Personen. Oft ist unter ihnen ein Rapper, der von Anfang an für diesen Unterschied zum Pop ausgebildet wird, entsprechend klingen dann die Instrumentalteile des Liedes. Es gibt aber auch Bands, die die Grenze von sieben Mitgliedern überschreiten – zum Beispiel „EXO“, die früher 12 Mitglieder hatten, und heutzutage neun. Durch ihre unterschiedlichen Muttersprachen singen sie sowohl koreanisch als auch chinesisch.

Die Musik wird zum Teil am Computer, zum Teil von den Künstlern selbst oder zusätzlichen Instrumental Bands gemacht. Die Stimmen der Sängerinnen und Sänger werden an manchen Liedstellen durch Computerprogramme verzerrt, sodass kurze Textpassagen wie von Robotern gesungen klingen.

Kein K-Pop für Nordkorea

Nun stellt sich uns die Frage, was das eigentlich für Liedtexte sind. Eine fremde Sprache und ein bekannter Musikstil – was wird aus dieser Mischung? Die Themen der Musik gleichen denen der englischsprachigen Popmusik: Meistens geht es in dem Text um Liebe, Vertrauen und Lebensweisen oder -einstellungen. Auch die dazu gedrehten Musikvideos verarbeiten diese Themen sehr passend zu den Liedtexten.

Dabei fällt auf, dass asiatische Musikvideos oft eine hohe schauspielerische Leistung beinhalten, da die Sänger selbst die besungene Problematik verbildlichen.
Es gibt auch mit einzelnen Liedern hinterlegte Videos, die die Sänger bei alltäglichen Situationen zeigen, Dance-Versionen oder Making-Offs der offiziellen Musikvideos.

Es gibt im K-Pop, wie auch in quasi allen anderen Musikrichtungen, natürlich nicht nur Bands, sondern auch Solisten oder Mitglieder aus Bands, die dann zusätzlich auch Solostücke singen. Außerdem ist Popmusik aus Südkorea in Nordkorea streng verboten. Klassische Musik hingegen, wie das im ganzen Land beliebte „Arirang“ (ein Volkslied, das die Mentalität aller Koreaner wiederspiegelt) gibt es im Norden.

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