Wenn das Wahlalter auf 16 Jahre auch für Landtags- und Bundestagswahlen herabgesetzt würde, würde das niemandem schaden, aber vielen helfen.
Von Linus Walter

Wählen bedeutet Verantwortung, so wie Autofahren. Sagen die einen. Einige Jugendliche sind da anderer Meinung. Lasst uns wählen, appellieren sie. Wer strafmündig ist und von Gesetzen betroffen, sollte sie auch indirekt gestalten können, so ihr Argument.

In Studien allerdings zeigen sich überraschende Zahlen. Vielen Jugendlichen ist das Thema offenbar völlig egal. Oder noch schlimmer: In zahlreichen Umfragen unter Jugendlichen lehnten die Befragten das Wahlrecht ab 16 sogar mehrheitlich ab. Es kann jedenfalls keine Rede davon sein, dass alle Jugendlichen eine Absenkung des Wahlalters wollten.

Es muss ja niemand wählen, der nicht will

Die Forderung aber sollte bestehen bleiben! Wer gegen das Wahlrecht ist, muss es ja nicht nutzen. Sicherlich können viele Jugendliche sich eine solche Partizipationsmöglichkeit kaum vorstellen und sind davon überfordert. Aus den Antworten der Jugendlichen in diversen Studien lässt sich aber auch eine Politikverdrossenheit herauslesen. Und gegen Politikverdrossenheit hilft: Partizipation.

Es gibt doch Jugendparlamente, höre ich jetzt die CDU und JU rufen. Ja, aber die sind absolute Mangelware. Eigentlich haben CDU & Co. wohl nur Angst vor ihrem Wahlergebnis. Angst, dass eine junge Wählergeneration sie für ihre konservative Politik abstraft.

Was sicher ist: Das Wahlrecht ab 16 schadet niemandem. Und hilft vielen. Nicht nur den zahlreichen interessierten Jugendlichen oder denen, die sich dann interessieren würden. Sondern auch dem Demokratieverständnis und der Meinungsbildung unter Jugendlichen. Und der Demokratie allgemein.

Titelbild: Damir Khabirov / Getty Images