Die Bewegung „Fridays for Future“ erregt die Gemüter: Dürfen Schüler streiken? Noch eine andere Frage stellt sich aber: Wird der Protest auch Auswirkungen auf die Klimapolitik haben? Und wann?

Mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg als Vorbild gehen immer mehr Schüler weltweit freitags auf die Straße und schließen sich der Bewegung „Fridays for Future“ an. Auch in Thüringen wächst die Zahl der Schüler und Studenten, die mit selbst gebastelten Plakaten für den Klimaschutz demonstrieren. Sie sind nicht damit zufrieden, dass es erst 2038 keine Kohlekraftwerke in Deutschland mehr geben soll, und verlangen höhere Ziele bei der Reduktion von CO2.

Eltern und Schulen sind skeptisch, dass Jugendliche dafür Schule schwänzen. Doch einerseits beschweren sie sich darüber, dass sich Teenager zu wenig um ihre Zukunft kümmern. Aber andererseits wollen sie, dass wir zu mündigen, selbstständigen und weltoffenen Bürgern werden. „Fridays for Future“ ist der Beweis, dass es viele Schüler gibt, die sich politisch engagieren.

Die Streiks schaden eher den Schülern als den Politikern

Stellt sich aber noch die Frage, ob die Schüler damit wirklich das erreichen, was sie sich erhoffen. Wenn etwa Piloten oder Lokführer streiken, werden alle Passagiere mit dem Problem konfrontiert. Der Schaden, der mit dem Streik ausgelöst wird, erzeugt Aufmerksamkeit. Aber wenn Schüler streiken, schaden sie niemandem, außer sich selbst. Der Druck auf die Politiker ist gering. Die Schüler wollen so lange streiken, bis gehandelt wird. Aber wie lange wird das dauern?

Klar haben Jugendliche – genau wie alle anderen – das Recht, sich für ihre Meinung und ihre Zukunft einzusetzen. Wir sollten nur darauf achten, dass wir nicht demonstrieren, nur um überhaupt zu demonstrieren, oder dieses ernste Problem ausnutzen, um Unterricht zu verpassen.
Ich bezweifle, dass alle streikenden Schüler selbst auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Stromverbrauch achten. Es hilft nichts, wenn man Veränderungen fordert, aber nicht bereit ist, die eigenen Gewohnheiten zu ändern.

Titelbild: Karl-Ludwig Poggemann / flick / CC BY 2.0