Der Gitarrenlehrer Philipp Schütte spricht über gute Gitarren, Kreativität, eine eigene EP und über seine Leidenschaft zur Musik.
Von Lena Neumann, Klasse 8, Schiller-Schule Bochum

Herr Schütte, wie wird man eigentlich Gitarrenlehrer?
Natürlich gibt es unterschiedliche Wege, Gitarrenlehrer zu werden. Bei mir war es so, dass ich angefangen habe, Musik und Englisch auf Lehramt zu studieren. Während des Studiums bekam ich von meinem damaligen Dozenten einige lehrreiche Details zum Spielen beigebracht.

Wann haben Sie angefangen, Gitarre zu spielen?
Ich habe mit sechs Jahren angefangen, weil ich einfach Bock hatte, zu spielen. Am Anfang dauert es immer etwas, bis man Erfolg hat. Aber man darf die Hoffnung nicht aufgeben, weil es nach ungefähr einem Jahr besser wird und man dann wirklich Spaß am Spielen hat.

Was macht für Sie eine „gute“ Gitarre aus?
Das ist eine gute Frage! Am allerwichtigsten ist mir, dass sie bundrein ist.

Bundrein? Was heißt das?
Unter Bundreinheit versteht man, dass die einzelnen Bünde auf dem Griffbrett der Gitarre korrekt platziert sind. Manchmal kommt es nämlich vor, dass die niedergedrückten Saiten an den Bünden nicht den gewünschten Ton erzeugen, sondern zu hoch oder zu tief klingen. Das ist dann wirklich frustrierend!

Was ist der Unterschied zwischen einer Konzertgitarre und einer Westerngitarre?
Die Konzertgitarre oder auch klassische Gitarre hat Nylonseiten. Bei der Westerngitarre spielt man auf Stahlseiten.

Welche bevorzugen Sie?
Ich finde Konzertgitarren super, weil meiner Meinung nach der Klang voller und der Sound klarer ist. Ich habe hier einfach mehr Soundmöglichkeiten, wie zum Beispiel Bartok pizzicato.

Und die Westerngitarre?
Mit einer Westerngitarre kann man zum Beispiel Pop-Songs angenehmer spielen.

Wie viele Gitarren besitzen Sie denn?
Im Moment komme ich auf vier Stück. Zwei klassische Gitarren, die ich zum Beispiel für den Unterricht verwende und dann noch zwei E-Gitarren, die ich auch sehr gerne spiele.

Was ist Ihnen beim Unterrichten wichtig?
Wichtig ist mir, den Spaß am Instrument zu vermitteln. Natürlich auch die Technik! Wenn beides zusammen passt und ich merke, dass es „läuft“, bin ich auch etwas stolz auf mich. Es gibt mir ein gutes Gefühl, Musik zu unterrichten. Und natürlich verdiene ich damit auch Geld.

Gibt es den „perfekten“ Schüler?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer gut ist, wenn man sich schon VOR der ersten Stunde mit dem Instrument beschäftigt hat. Hat man sich zum Beispiel schon einige Griffe selbst beigebracht, ist das ein toller Einstieg! Es zeigt, dass man wirklich das Instrument erlernen möchte. Wichtig ist aber auch, dass man exakt übt!

Was heißt das genau?
Man sollte schon den Fingersatz sehr genau üben. Wenn man ein Stück lernt, ist es meiner Meinung nach besser, es erst einmal langsam zu spielen, dafür aber die Griffe zu beherrschen. Erst danach sollte man das Lieder schneller spielen.

Was bedeutet Musik für Sie?
Oh, diese Frage ist sehr spannend! Vielleicht könnte ich es so formulieren: Musik ist für mich die Freiheit, das zu machen, was ich möchte. Die Freiheit besteht darin, jede Grenze überschreiten zu können. Musik bedeutet, immer etwas Neues zu probieren. Diese Vielseitigkeit findet man sonst nur in der Kunst!

Kann man auch Kreativität vermitteln und den Schülern beibringen?
Hm… das ist schwierig. Man sollte schon ein gewisses Talent haben und die Basisgriffe drauf haben. Vor diesem Hintergrund kann dann nach einiger Zeit schon etwas Kreatives entstehen. Wichtig ist, dass man sich Zeit nimmt, weil Kreativität etwas Komplexes ist, was man nicht analytisch erfassen kann.

Was sind Ihre nächsten Ziele beziehungsweise Projekte?
Mein nächstes Projekt ist eine CD beziehungsweise eine EP. Ich habe die schon aufgenommen und werde sie im Frühjahr 2019 veröffentlichen.

Beitragsbild: Jefferson Santos via Unsplash