Von der Quelle bis zum reißenden Fluss: Bei einer Tour entlang des Ruhrtalradweges gibt es Einiges zu sehen. Ein Reisebericht.
Von Enya Hintz, Klasse 8b, Schiller-Schule Bochum

In den Sommerferien sind meine Eltern, meine Schwester, eine befreundete Familie und ich zu einer ganz besonderen Fahrradtour aufgebrochen. Vier Erwachsene und fünf Kinder – eine Gruppe im Alter zwischen elf und 52 Jahren. Wir wollten den Ruhrtalradweg erkunden. Von der Quelle in Winterberg bis zu unserem Heimatort Bochum zurück.

Der Ruhrtalradweg ist einer der bekanntesten und am meisten befahrenen Radwege in Deutschland. Von der Quelle in Winterberg bis zur Mündung in den Rhein in Duisburg ist er insgesamt 239 Kilometer lang.

Gestartet sind wir von Bochum aus mit der S-Bahn bis Dortmund und von dort dann mit dem Regionalexpress bis nach Winterberg. Wir sind mit unseren eigenen Fahrrädern gefahren. Dazu ist eine Reservierung bei der Deutschen Bahn erforderlich, da immer nur eine bestimmte Anzahl von Fahrrädern mit transportiert werden kann. Die Bahnfahrt bis Winterberg dauerte etwa zweieinhalb Stunden.

Nach der Ankunft am Bahnhof Winterberg wurde es erstmals anstrengend. Denn von dort geht es steil bergauf zur Quelle der Ruhr. Dabei handelt es sich um einen kleinen Stein, aus dem wirklich nur sehr wenig Wasser kommt. Es ist kaum zu glauben, dass daraus mal ein ganzer Fluss wird.

Unsere gesamte Reise haben wir in drei Etappen eingeteilt. Die erste Tour führte uns bis nach Meschede. Von Winterberg aus hatten wir circa 45 Kilometer vor uns. Die Strecke ist wirklich wunderschön. Sie führt überwiegend durch Waldgebiete und über Feldwege. Meist rasant bergab, manchmal aber auch kurz bergauf, durch die Ortschaften Olsberg und Bestwig. Ein toller Start für den ersten Tag. Somit erreichten wir bei bester Laune unser erstes Etappenziel am Nachmittag.

Unsere Unterkunft in Meschede war etwas ganz Besonderes. Wir hatten Zimmer in der Benediktiner-Abtei Königsmünster reserviert – ein schönes Kloster oberhalb von Meschede mit einer tollen Aussicht. Die Zimmer waren wirklich sehr einfach eingerichtet – für eine Übernachtung aber ganz in Ordnung.

Nach einem Frühstück am nächsten Morgen ging es dann auf die zweite Etappe bis nach Fröndenberg. Von Meschede aus sind dies ungefähr 65 Kilometer. Es erwartete uns diesmal eine wenig idyllische Etappe: Fahrten durch Industriegebiete, an vielbefahrenen Straßen entlang. Von der Ruhr haben wir auf dieser Etappe wenig gesehen.

Der Ruhrtalradweg ist perfekt ausgeschildert, sodass man immer eine gute Orientierung hat und eigentlich nicht vom Weg abkommen kann. Es sind viele Radreisende unterwegs und man trifft auf den Wegen immer die gleichen Gesichter wieder – sei es in der Eisdiele, auf Picknickplätzen oder auch in den Hotels. Das ist wirklich sehr witzig und nett.

Auch die Verpflegung für unterwegs ist gesichert. Entweder fährt man durch die Orte am Ruhrtalradweg und nimmt dort einen kleinen Snack zu sich, man kauft unterwegs in einem Supermarkt etwas ein und macht ein Picknick an einem der schönen Plätze am Ufer der Ruhr, oder man kehrt in eines der vielen Radler-Cafés ein, die auf dem Weg zu finden sind. Alle Restaurants und Cafés sind auf Ruhrradler eingestellt. Sie bieten gute Abstellmöglichkeiten für Räder und sogar einen Auflade-Service für die Akkus der E-Bikes.

Am späten Nachmittag erreichten wir nach der Strecke durch Arnsberg, Ense, Wickede und Menden unsere Etappenziel: den Ort Fröndenberg.

Dort checkten wir in einem wirklich schönen Hotel ein. Nach der Nacht im Kloster und einem sehr sportlichen Tag hatten wir uns das auch verdient. Zum Abendessen sind wir dann in eine Pizzeria im Ortskern eingekehrt und haben uns anschließend noch mit einem Eis belohnt. So ein Tag im Fahrradsattel ist schon anstrengend, sodass sich die ganze Radler-Truppe auch sehr früh auf das Bett freute.

Tag Drei der Tour startete wieder mit einem reichhaltigen Frühstück, Reifen aufpumpen, dem Checken der Räder und mit der Suche nach dem Einstieg auf den Ruhrtalradweg. Die letzte Etappe von etwa 60 Kilometern war für mich das landschaftlich schönste Teilstück unserer Strecke. Sie führt zum größten Teil direkt an der Ruhr entlang und machte dem Ruhrtalradweg damit alle Ehre. Die Orte dieser Etappe sind Schwerte, Hedecke, Wetter, Witten und dann unser Heimatort Bochum, den wir am späten Nachmittag erreichten.

Eine Radtour über den Ruhrtalradweg ist wirklich ein sehr tolles Erlebnis für die ganze Familie. Eingeteilt in kleinere Etappen lässt sich die Strecke auf für Hobby-Radfahrer sehr gut bewältigen. Es gibt keine großen Steigungen und die Landschaft ist wirklich wunderschön.

Unsere ganze Gruppe war sich einig darüber, dass wir im nächsten Jahr die restliche Etappe von Bochum bis Duisburg fahren werden. Das sind dann nur noch 70 Kilometer – für uns als erfahrene Radler des Ruhrtalradwegs also ein Klacks.

Beitragsbild: Privat