Es ist falsch, allein das Spielen von Shooter Games als Ursache für Amokläufe an Schulen zu sehen, finden zwei unserer Autoren. Ein Kommentar
Von Danial Amini, Damian Czerwionka, Klasse 9a, Heilwig Gymnasium Hamburg

Bei vielen Amokläufen sieht die Öffentlichkeit das Spielen von Shooter Games als Ursache. Doch stimmt das? Nur bedingt. Denn was in den Medien nur nebensächlich erwähnt wird, ist die Tatsache, dass alle drei Amokläufer in der Schule Probleme hatten und somit unter psychischem Druck standen. Aber das ist ja nicht die Rede wert.

26.04.2002 in Erfurt: Der 19-jährige Robert tötet 16 Menschen an seiner Schule, dem Gutenberg-Gymnasium. Robert spielte ,,Ballerspiele“ – wohl regelmäßig. Aber dass Robert vorher ohne einen Schulabschluss und somit ohne jegliche Berufsperspektive der Schule verwiesen wurde, ist angeblich kein Faktor für sein Verbrechen. Dabei sind ,,Ballerspiele“ die beliebtesten Spiele auf dem Markt. Mehrere hundert Millionen Menschen spielen solche Spiele. Die
Zahl der dadurch verursachten Amokläufe in Deutschland liegen hingegen im Bereich des Millionstels.

FIFA-Zocker werden auch nicht gleich Profi-Fußballer

Sind alle, die FIFA zocken, Profi-Fußballer und wird man durch das Spiel „Spiderman“ ein Superheld oder durch „Need for Speed“ professioneller Rennfahrer? Natürlich ist das nicht der Fall. Warum also sollten dann Spiele wie „Counter Strike Global Offensive“ oder „Grand Theft Auto“ einen kriminellen Schwerverbrecher aus jemandem machen? Bei Amokläufen, die von jungen Menschen begangen werden, die Shooter Games spielen, können rein von der Logik her also nur Zweitklässler denken, der alleinige Grund für den Amoklauf wäre die Shooter Games.

Letztendlich muss ich sagen, dass Konsolen- und Computerspiele nicht als Ursachen allen Übels gesehen werden sollten. Die etwaige Nachahmungslust der Gewalt in Videospielen kann ein Bruchteil eines komplexen Katalogs an Gründen für einen Amoklauf sein. Es handelt sich nur um einen Faktor von vielen.

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