Skateboarden: Warum wird der Sport so stiefmütterlich behandelt?

Skateboard liegt auf dem Brett mit den Rollen anch oben
Skateboard liegt auf dem Brett mit den Rollen anch oben (c) Unsplash
Obwohl sich Skaetboardfahren immer größerer Beliebtheit erfreut, wird die Sportart weiterhin stiefmütterlich behandelt. Wo sollen Skater fahren?
Von Dorian Schulte, Klasse 8a, Grashof Gymnasium Essen

Skateboardfahren wird immer beliebter. Deswegen werden auch immer mehr Skateparks eröffnet, zum Beispiel in München und in Düsseldorf und auch in anderen Städten.
Die Geschichte des Skateboards begann in denn 1950er Jahren an der Südwestküste Kaliforniens, als Surfer unter ihre Surfbrettern Rollen montierten. Ziel war es, bestmöglich die Surfbewegung nachzuahmen. Dementsprechend hieß der Prototyp Asphaltsurfer.

Dieses Hobby wurde immer beliebter in den USA. Viele Wettkämpfe wurden veranstaltet, jedoch war das an den meisten Orten verboten. Mitte der 1970er Jahre kam die Skateboard-Welle nach Europa. Zunächst wurde jedoch Skateboarden nicht als Sportart anerkannt. Ab 1975 kam das Skateboarding nach Deutschland.

Dem fiktiven Dokumentarfilm „This Ain’t California“ ist zu entnehmen, dass Titus Dittmann die ersten Skateboards von Kalifornien in Reisetaschen nach Münster schmuggelte. Er war der erste Deutsche, der Skateboards herstellte. Mittlerweile hat er ein Skate-Imperium aufgebaut, das unter seinem eigenen Markennamen „Titus“ sowohl (Online-)Shops als auch eigenproduzierte oder Bekleidung beherbergt.

Ihm ist es demnach zu verdanken, dass auch heutzutage immer mehr Jugendliche diese Sportart ausführen wollen. Damals hätte wohl niemand gedacht, dass Skateboarding 2020 zu den bei den Olympischen Spielen in Tokio zugelassenen Sportarten zählen würde.

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Doch wo sollen ambitionierte Skater ihre Sportart ausführen und trainieren? In den meisten deutschen Städten wird Skateboardfahren immer noch stiefmütterlich behandelt und als Trendsport abgestempelt. Dies hat zur Folge, dass entweder überhaupt keine Möglichkeit zum Ausüben dieser Sportart gegeben ist oder aber die vorhandenen Möglichkeiten, sprich Skateparks, nicht dem internationalen Standard entsprechen und eher als Spielplatz zu bezeichnen sind.

Es gibt in Deutschland nur eine Hand voll akzeptabler Skateparks. Hier seien beispielhaft Köln Northbrigade, Frankfurt Osthafen oder der kürzlich neu eröffnete Skatepark in Düsseldorf Eller genannt. Letzterer ist mit 3.800 Quadratmetern Deutschlands größter Park und auch wettbewerbstauglich.

Wenn ich mich in meiner Heimatstadt Essen umschaue, finde ich nur wenige Skateparks. Meistens bestehen diese nur aus wahllos hingestellten Fertigrampen ohne Konzept. Es fehlt hier an Know-How seitens der Planer. Woran liegt das? Am fehlenden Interesse oder vielleicht doch am mangelnden Kapital? Die meisten Skater nutzen die vorhandenen Gegebenheiten oder sie weichen auf die Straße aus – Das nennt man dann Streetstyle. Das jedoch wird von den meisten Leuten nicht toleriert, da Skateboardfahren durch den Asphalt und die Rollen sehr laut ist. Also wo sollen Skater dann fahren, wenn es überall unerwünscht ist?

Beitragsbild: Lukas Bato via Unsplash

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