Das HSV-Talent Jann-Fiete Arp wechselt zum FC Bayern – zum großen Unmut der Fans. Woran liegt das?
Von Moritz von Blittersdorff

Das Fußballtalent Jann-Fiete Arp wechselt vom Hamburger SV zum FC Bayern München. Seit diese eigentlich wenig überraschende Nachricht – Arp wird schon seit 2017 mit dem Verein in Verbindung gebracht und hätte vor rund einem halben Jahr nach München wechseln können – am vergangenen Freitag offiziell bestätigt wurde, sind viele HSV-Fans außer sich.

Der Wechsel, für den die Bayern drei Millionen Euro plus Bonuszahlungen an die Rothosen überweisen werden, ist in vielerlei Hinsicht kontrovers. Zum einen hat Arp sich erst im Dezember zum HSV bekannt. Viele HSV-Fans ärgert, dass er versprochen hatte, nicht zu wechseln, und es nun doch tut. Dabei steht der genaue Zeitpunkt allerdings noch aus, Arp selbst darf laut den Vereinen entscheiden, ob er in diesem Sommer oder erst im Jahr 2020 wechselt. Was viele außerdem nicht beachten, ist, dass der 19-Jährige nach dem Abstieg zu seinem HSV gehalten hat und eben nicht schon im Sommer 2018 zum nächstbesten Verein gewechselt ist. Der Wiederaufstieg war und ist sein erklärtes Ziel. Trotzdem ist fragwürdig, warum der Transfer bereits jetzt verkündet wurde.

Will er noch mit dem HSV aufsteigen?

Der Hamburger Sportverein steckt momentan mitten im Aufstiegskampf, noch ist der Sprung in die 1. Liga nicht gesichert. Außerdem ist es sehr unüblich, dass bei Bekanntgabe eines Wechsels noch nicht feststeht, wann dieser tatsächlich über die Bühne geht. Die einzig logische Begründung dafür ist, dass der 19-Jährige erst mit seinem HSV aufsteigen will. Man hätte aber auch einfach bis zum Sommer warten können, um dann eine Entscheidung zu fällen und zu verkünden.

Außerdem umstritten: Arp hat erst drei Tore in 34 Spielen als Profi geschossen. Der Stern des Jann-Fiete Arp ging am 10. und 11. Spieltag der vergangenen Saison so richtig auf. In beiden Spielen erzielte er ein Tor, und sofort redeten alle vom „größten Talent Deutschlands“. Doch seitdem konnte er kaum mehr abliefern und erzielte nur ein weiteres Tor (im DFB-Pokal). Deswegen wundern sich viele, weshalb er jetzt zum Rekordmeister wechselt und nicht noch weiter Erfahrung und Spielpraxis beim HSV genießt.

Oder lieber zu den Bayern auf die Bank?

Bei den Bayern dürfte Arp wohl kaum eine Rolle im Profikader spielen. Viele deutsche Talente sind bereits zum großen FC Bayern München gewechselt, um dort den Durchbruch zu schaffen – und am Ende doch kläglich gescheitert. Ein paar Beispiele der jüngeren Zeit sind Jan Kirchhoff, Mitchell Weiser und Sinan Kurt: Sie spielen nun alle bei deutlich schlechteren Teams als vor ihrem Wechsel zu den Bayern und bereuen diese Entscheidung sicherlich.

Titelfoto: Jann-Fiete Arp (c) Foto Hübner / dpa