Manchmal ist es besser, sein Ego hinten anzustellen und nicht immer zu beißen. Ein Plädoyer für die Teamarbeit.
Von Hannes Beyer

Oft beginnt es ganz harmlos. Mit einer besseren Zeit beim Hundertmeterlauf in der Schule beispielsweise. Mit einer schlechteren Note als der Sitznachbar. Auch eine geklaute Schaufel im Sandkasten kann Konkurrenzgedanken auslösen. Wir möchten besser sein, es besser haben als der Rest, als jemand anders. Das finde ich an sich nicht verwerflich. Aber immer neidisch sein, immer beißen, das hilft auch nicht.

Die Gesellschaft spornt uns immer weiter an, sie fördert den Neid geradezu. Doch dabei wird eins außer Acht gelassen: Kooperation hilft auf lange Sicht viel eher, als Konkurrenten bei jeder sich bietenden Möglichkeit ausstechen zu wollen. Gemeinsame Projekte bieten auch irgendwann die Möglichkeit, gemeinsame Erfolge zu werden.

Viele Zahnräder, die ineinander laufen, bewegen etwas

Doch Einzelkämpfer feiern alleine. Ist das verwerflich? Nicht unbedingt. Weltunternehmen wie Google setzen bewusst auf Teamgeist und Gruppendynamiken, um Einzelne noch mehr anzuspornen. Nach diesem Vorbild gilt es, eine Balance zu finden zwischen Kooperation, Ehrgeiz und einer gewissen Egozentrik. Man kann selbst gewinnen wollen, aber wenn jemand anders besser ist, dann sollte man sich auch eingestehen: Ich kann noch etwas lernen. Und wenn ich trotzdem gewinnen will, dann schließe ich mich besser an.

Und nicht vergessen: Die Welt besteht aus Zahnrädern, und eins davon ist man selbst. Also muss man das Getriebe mit anderen Rädchen am Laufen halten. Wer nur seinen eigenen Takt fährt, der hält auf.

Titelbild: Anna Samoylova / Unsplash