Eltern, regt euch ab! Handys erfüllen einen Zweck!

Frau liegt auf dem Bauch und schaut auf ihr Handy
Frau liegt auf dem Bauch und schaut auf ihr Handy (c) Unsplash
Kulturpessimisten und Eltern halten Handys immer noch für Teufelszeug. Bei aller Vernunft: Sie Jugendlichen zu verbieten, macht keinen Sinn
Von Joshua Schöller, Klasse 8a, Grashof Gymnasium Essen

„Handyentzug“ – eine beliebte Strafe vieler Eltern, wenn ihr Kind schlechte Leistungen in der Schule nach Hause bringt. Aber ist das Handy schuld an verminderter Konzentration oder eher ein Sündenbock? Viele Experten sehen im häufigen Handykonsum Gefahren für Kinder und Jugendliche. Aber ist das wirklich so? In meinem Text möchte ich besorgten Eltern aufzeigen, dass ein Handy für Jugendliche auch positive Seiten haben kann.

So ist man zum Beispiel über wichtige Dinge schneller informiert – zum Beispiel über Änderungen des Stundenplans in der Schule. Des Weiteren ist das Handy auch nützlich, um sich über ein Thema schnell informieren zu können. Man kann diese Informationen – egal wo und wann – nachgucken und sie entsprechend immer dabei haben. Dem Experten für Suchtverhalten Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer, der unter anderem behauptet, dass „Handys einsam und depressiv machen“, möchte ich in diesem Punkt widersprechen, da ein Großteil der Kommunikation mit Freunden eben über das Handy läuft. Über Messenger-Dienste wie WhatsApp verabredet man sich im realen Leben.

Lexikon, Terminplaner, Navi und Konsole in einem

Außerdem können Handys einem das Lernen erleichtern, da es zu jedem Thema unterschiedliche Seiten gibt. Da die digitalen Medien in der Zukunft immer wichtiger werden, ist es auch wichtig, dass man lernt, mit ihnen sinnvoll umzugehen, da man sonst später zum Bespiel an seinem Arbeitsplatz einen Nachteil haben könnte.
Solange man auch noch andere Hobbys hat wie zum Beispiel Sport oder sich mit Freunden zu treffen und seinen Pflichten nachkommt, sehe ich auch die Gefahr, dass man süchtig wird, als relativ gering an, da man dann gar nicht die Zeit findet, übermäßig viel am Handy zu sein.

Ein weiterer Punkt ist, dass das Handy neben seinen nützlichen Eigenschaften auch zur Unterhaltung genutzt werden kann, um sich zum Beispiel von einem anstrengenden Tag zu erholen. Handys können zudem auch den Alltag strukturieren – mit Apps wie dem Kalender lässt sich der Tag leichter planen. Auch in Notfällen können Handys wichtig sein, um schnell einen Krankenwagen zu rufen. Da ein Handy viele verschiedene Funktionen besitzt, braucht man so zum Beispiel kein Navigationssystem mehr, da das Handy diese Funktion ebenfalls besitzt. Besonders in fremden Städten kann sich das als sehr nützlich erweisen, da man ohne das Handy oft den Weg nicht so schnell findet und man so nicht auf eine Karte der Stadt angewiesen ist, die sich im Dunklen schlecht entziffern lässt.

Handys sind außer für Kleinkinder sinnvoll

Ein generelles Handyverbot für Menschen unter 18 – wie es Manfred Spitzer fordert – halte ich für nicht umsetzbar, da das Verbot die Neugier an den digitalen Medien nur weiter erhöht. Ein weiterer Punkt, wegen dem ich ein Handyverbot für untragbar halte, ist die ständige Konfrontation mit digitalen Medien – sei es in der Bahn oder in der Schule.

Allerdings stimme ich Spitzer darin zu, dass Kleinkinder keinen Kontakt zum Medium Handy haben sollten, da sie schneller süchtig werden können und es ihre Fantasie nachweislich beeinträchtigt. Alles in Allem würde ich sagen, dass Smartphones für Jugendliche nicht schädlich sind, solange diese immer noch ihren Pflichten nachkommen und auch noch andere Hobbys haben außer am Handy zu spielen. Schließlich müssen wir doch einen sinnvollen Umgang mit dem Handy erst erlernen.

Beitragsbild: Dollar Gill via Unsplash

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Von Reinickendorf bis Bochum, von Fulda bis Ottensen – überall schreiben Schülerinnen und Schüler Artikel über das, was um sie herum passiert. Jeder und jede aus ihrer eigenen Sichtweise, mit eigener Meinung und eigenem Schwerpunkt. Bei all den Unterschieden eint sie, dass sie mit ihrer Klasse an MEDIACAMPUS teilnehmen, dem medienpädagogischen Projekt der Funke Mediengruppe. Das erlernte Wissen wenden sie dann praktisch an, indem sie erste journalistische Texte schreiben. Auf funky können sie die Früchte ihrer Arbeit präsentieren.