{"id":52217,"date":"2020-12-07T11:30:00","date_gmt":"2020-05-14T06:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/funky.de\/braunschweiger-zeitungsverlag\/2020\/05\/14\/reingehoert-i-break-horses-warnings\/"},"modified":"2020-12-21T18:25:06","modified_gmt":"2020-12-21T17:25:06","slug":"reingehoert-i-break-horses-warnings","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/funky.de\/braunschweiger-zeitung\/2020\/12\/07\/reingehoert-i-break-horses-warnings\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck aus der Versenkung: K.I.Z. mit neuem &#8222;Album zum Album&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"teaser\">  Was dreht sich da Neues auf den Plattentellern? Unser Musikkolumnist Moritz greift f\u00fcr euch tief in die Plattenkiste,  h\u00f6rt in vielversprechende Alben rein und f\u00f6rdert neues Genuss- und Ohrwurmpotential zutage. Wo sollte man genauer hinh\u00f6ren? <\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>K.I.Z. \u2013 Und das Geheimnis der unbeglichenen Bordellrechnung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/kiz-und-das-geheimnis-der-unbeglichenen-bordellrechnung-211479-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-57820\" width=\"390\" height=\"390\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Endlich ist es soweit: K.I.Z. sind zur\u00fcck! Zuletzt war es etwas still geworden um die legend\u00e4re Berliner Rap-Formation. Zwar bespielten die Jungs \u2013 zumindest bis Anfang des Jahres \u2013 noch Konzerthallen und Festivals, doch gab es f\u00fcnf Jahre lang keinen gemeinsamen musikalischen Output mehr. Sehr lange schienen sich die Meister des Sarkasmus und schwarzen Humors auf dem gigantischen Erfolg von \u201eHurra die Welt geht unter\u201c auszuruhen. Nico, Maxim und Tarek waren vereinzelt immer mal wieder als Featureg\u00e4ste auf Songs von anderen K\u00fcnstlern zu h\u00f6ren, Tarek startete sogar ein mehr oder weniger erfolgreiches Soloprojekt. Nun hat die Warterei endlich ein Ende: Quasi aus dem nichts ver\u00f6ffentlichten K.I.Z. vergangene Woche eine erste Single und k\u00fcndigten ihr neues Album f\u00fcr Mai n\u00e4chsten Jahres an. \u201eRap \u00fcber Hass\u201c soll es hei\u00dfen, Tickets f\u00fcr die dazugeh\u00f6rige Tour (2022) kann man auch schon erwerben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch so lange m\u00fcssen wir auf die n\u00e4chste LP gar nicht warten. Denn die Jungs lie\u00dfen sich einen geh\u00f6rigen Spa\u00df nicht nehmen \u2013 und hauten am Freitag gleich ein ganzes \u201eAlbum zum Album\u201c heraus. Statt einer mickrigen Single gibt es also ganze 17 Tracks, die begierigen H\u00f6rern die Wartezeit bis Mai vers\u00fc\u00dfen sollen. Das scheint zumindest Sinn und Zweck der Songs zu sein, denn eines wird beim Durchh\u00f6ren schnell klar: Das \u201eAlbum zum Album\u201c mit dem herrlich albernen Namen \u201eUnd das Geheimnis der unbeglichenen Bordellrechnung\u201c schickt sich gar nicht an, eine vollwertiger Longplayer zu sein. Billig klingende Beats, Songs, die eine Minute Laufzeit kaum \u00fcberschreiten und v\u00f6llig \u00fcberzogene Lyrics verleihen dem Werk eher den Charakter eines nostalgischen Mixtapes. Nachdem K.I.Z. auf dem letzten Album zwischen all der Ironie ernste Themen erstmals viel direkter und reflektierter angesprochen hatten und damit sogar Einzug ins Radio hielten, scheinen sie auf \u201eBordellrechnung\u201c ihren Anf\u00e4ngen Tribut zollen zu wollen: Die Songs sind derb, stumpf und gerade dadurch spa\u00dfig, fallen aber h\u00e4ufig eher in die Kategorie Sinnfreier Humor. Es bleibt abzuwarten, was die Jungs sich f\u00fcr das \u201erichtige\u201c Album haben einfallen lassen. Nichtsdestotrotz funktioniert \u201eBordellrechnung\u201c hervorragend als Appetizer f\u00fcr das kommende Werk und d\u00fcrfte die Herzen vieler Fans h\u00f6her schlagen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Mehr Mixtape als Album: Macht Lust auf das Hauptwerk im n\u00e4chsten Jahr!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Berghainschlange\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/lj25-S6Uq-s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">JW Francis \u2013 We Share a Similar Joy<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/761820.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56779\" width=\"366\" height=\"366\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">JW Francis ist ein ziemlich bunter Vogel: Der 25-J\u00e4hrige ist Assistent eines Nobelpreistr\u00e4gers, zertifizierter Reiseleiter in seiner Heimatstadt New York \u2013 und Musik macht er auch noch. W\u00e4hrend in der Stadt, die niemals schl\u00e4ft, das Leben pulsiert und ein Ereignis dem n\u00e4chsten folgt, sitzt JW Francis (b\u00fcrgerlicher Name unbekannt) vermutlich lieber auf seinem Bett und schreibt entspannte Songs f\u00fcr triste Sonntage. So zumindest klingt sein neues Album \u201eWe Share a Similar Joy\u201c, das Fans des gelassenen Bedroom-Pop direkt an Mac DeMarco erinnern d\u00fcrfte. Harmonische Gitarrenriffs eifern mit l\u00e4ssigen Keyboard-Melodien um die Wette und wickeln sich dabei um die noch l\u00e4ssigeren Drums.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lyrisch ist hier sicher noch Luft nach oben, denn die Songs, die sich gr\u00f6\u00dftenteils um das Thema Liebe und Beziehung drehen, kommen etwas kitschig daher. Dass Francis an mancher Stelle zu sentimental wird, ist aber gar nicht schlimm, denn alles was man an der Platte kritisieren mag, macht er durch die schier unendliche Leichtigkeit seiner Performance wieder wett. Ob Gute-Laune-Song oder melancholische Ballade, JW Francis wei\u00df auf \u201eWe Share a Similar Joy\u201c durchweg zu verzaubern und liefert ein weiteres unverzichtbares Album f\u00fcr diesen November ab. In diesem Sinne: Einfach Play dr\u00fccken und treiben lassen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Das perfekte Album f\u00fcr den n\u00e4chsten Katersonntag.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"JW Francis - New York (Official Music Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zcnnbQtC1wc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Donovan Woods \u2013 Without People<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/0195497058266.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56663\" width=\"366\" height=\"366\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz klar, Corona hat unser Leben grundlegend ver\u00e4ndert: wie wir lernen und arbeiten, wie wir miteinander umgehen \u2013 und auch wie wir Musik machen. Mit \u201eWithout People\u201c von Donovan Woods schwappt nun ein neues Album \u00fcber den gro\u00dfen Teich, das diesen Umbruch nur allzu deutlich macht. Der Singer-Songwriter aus Kanada macht \u2013 allein durch den Titel \u2013 keinen Hehl daraus, dass sein mittlerweile siebtes Studioalbum ein Produkt von Quarant\u00e4ne und Social Distancing ist. Vordergr\u00fcndig geht es hier in 14 St\u00fccken um das Zerbrechen einer Beziehung, doch das Werk l\u00e4dt geradezu ein, es als Momentaufnahme dieser ganz und gar au\u00dfergew\u00f6hnlichen Zeit zu h\u00f6ren. Allein der Produktionsprozess der Platte spricht B\u00e4nde: Einzelne St\u00fccke wurden quer durchs Land geschickt, ohne dass sich die beteiligten Musikerinnen und Musiker je zu Gesicht bekamen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWithout People\u201c erz\u00e4hlt auf ber\u00fchrende und clevere Weise vom Alleinsein, vom erzwungenen R\u00fcckzug in die eigenen vier (Studio-)W\u00e4nde. Die oftmals einzeiligen Refrains sind einpr\u00e4gsam, die Melodien bleiben im Ohr. Zwar droht die Platte ab und an in R\u00fchrseligkeit und Selbstmitleid aufzuweichen, wenn die Violinen mal wieder zu dominant sind und Woods\u2019 Gesang zu poppig wirkt. Aber vielleicht ist das ja genau das richtige f\u00fcr einsame Stunden im November-Lockdown.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Solide Acoustic-Platte f\u00fcr einsame Quarant\u00e4ne-N\u00e4chte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Donovan Woods - Whatever Keeps You Going (Official Audio)\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/tcKPmN9ql0E?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gorillaz <strong>\u2013 Song Machine, Season One: Strange Timez<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/gorillaz-song-machine-cover-1024x1024-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56403\" width=\"366\" height=\"366\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist zeitgem\u00e4\u00dfe Musik? F\u00fcr die Gorillaz, jene britische Band, die auf den ersten Blick aus vier Comicfiguren besteht, f\u00e4llt ihr eigenes neues Album definitiv in diese Kategorie. Das liegt allein schon daran, dass es sich hier nicht um ein Album im klassischen Sinne handelt, sondern um eine Anreihung verschiedener Episoden, also einzelnen Songs, zu einem eklektischen Kompendium. Die Band erkl\u00e4rte, dass sie nicht mehr an die Strukturen eines typischen Musikalbums gebunden seien und nahmen sich deswegen geradewegs das Format von Serien zum Vorbild. Sehr zeitgem\u00e4\u00df also. Das Projekt namens \u201eSong Machine\u201c startete Anfang des Jahres, nun ist mit \u201eStrange Timez\u201c sozusagen die erste Staffel erschienen. Ein Gro\u00dfteil der Songs wurde bereits im Laufe des Jahres ver\u00f6ffentlicht, wie es auch bei einer Fernsehserie \u00fcblich ist. Laut den Bandmitgliedern (nat\u00fcrlich stecken echte Musiker hinter den Comicfiguren) k\u00f6nne man so, im Gegensatz zu einem klassischen Album mit Konzept und Releasedatum, echte Momentaufnahmen produzieren und viel schneller auf aktuelle Geschehnisse und Gef\u00fchle reagieren. In einem turbulenten Jahr wie diesem liegen sie damit wohl goldrichtig \u2013 allein der Titel des Werks weist ja auf die sonderbaren Zeiten hin, in denen wir uns alle befinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch obwohl hier mit klassischen Strukturen gebrochen wird, ist letzten Endes nat\u00fcrlich auch \u201enur\u201c Musik herausgekommen. Und die ist \u2013 in typischer Gorillaz-Manier \u2013 mal wieder extrem bunt gemischt und vielseitig. Der Mix aus Elektro-Pop und Hip-Hop, der f\u00fcr Fans der Band durchaus vertraut klingen wird, macht allein durch die vielen gro\u00dfartigen Featureg\u00e4ste Spa\u00df. Von Schoolboy Q und Skepta \u00fcber Beck bis hin zu Legenden wie Elton John sind hier etliche musikalische Gr\u00f6\u00dfen verschiedenster Genres am Werk. Zwar vermag am Ende nicht jeder der insgesamt 17 Tracks den H\u00f6rer aus den Socken zu hauen, aber seien wir ehrlich: Wenn ihr eine Serie schaut, gefallen euch ja auch nicht alle Folgen gleich gut, oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Ein Album als Serienstaffel \u2013 vielseitig, bunt und spa\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Gorillaz - The Pink Phantom ft. Elton John &amp; 6LACK (Episode Seven)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/CJ68kQLS250?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Future Islands \u2013 As Long As You Are<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/future-islands_as-long-as-you-are-1024x1024-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56092\" width=\"368\" height=\"368\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugegeben, die Musik von Future Islands ist nicht jedermanns Sache. Auf den Synth-Pop, den die vierk\u00f6pfige Band aus Baltimore seit nunmehr 14 Jahren macht, muss man sich erstmal einlassen. Jedes der mittlerweile sechs Studioalben entf\u00fchrt den H\u00f6rer durch den \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Einsatz von teils klischeehaft anmutenden Synthesizer-Kl\u00e4ngen n\u00e4mlich zwangsl\u00e4ufig in die 80er, w\u00e4hrend derer der Synthesizer erst gro\u00df wurde und dann seinen Niedergang erlebte. Aus Sicht einer Generation, die mit Autotune und Trap gro\u00dfwurde, mag solche Musik auf den ersten Blick nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df wirken. Aber ist das schlimm? Auch heute kann ein nostalgischer Trip in eine vergangene \u00c4ra sehr erfrischend sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer etwa genervt vom ewig gleich klingenden Output des Streaming-Algorithmus ist und gerade etwas Neues sucht, sollte mal in das neueste Future Islands-Werk \u201eAs Long As You Are\u201c reinh\u00f6ren. Dabei kann man als H\u00f6rer eigentlich nur gewinnen, denn selbst wenn man nicht auf den Stil der Gruppe steht: Mit Samuel Herring k\u00f6nnen Future Islands mit einem der au\u00dfergew\u00f6hnlichsten S\u00e4nger \u00fcberhaupt aufwarten. Herrings markante, leicht kratzige Stimme bewegt sich auf mehreren Oktaven von einem tiefen Kr\u00e4chzen aus dem Kehlkopf bis in luftige H\u00f6hen. Souver\u00e4n schwebt sie \u00fcber den allgegenw\u00e4rtigen, pathetischen Synthie-Kl\u00e4ngen und den treibenden Basslines und haucht damit jedem einzelnen Song Leben ein. Wer nach dem H\u00f6ren noch nicht davon \u00fcberzeugt ist, dass es sich hier um ein Ausnahmetalent handelt, dem sei ans Herz gelegt, sich einen der exzentrischen Live-Auftritte Herrings anzusehen. Sp\u00e4testens dann sollte klarwerden, dass es sich hier um einen wahren K\u00fcnstler handelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung: <\/strong>Das perfekte Album f\u00fcr einen nostalgischen Trip in die 80er.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Future Islands - &quot;Seasons&quot; @ Letterman 3\/3\/14\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/GK4lD3Uf8_o?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">YG \u2013 My Life 4Hunnid<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/yg-my-life-4hunnid-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-55918\" width=\"369\" height=\"369\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Corona-Pandemie, Black Lives Matter-Proteste, rassistische Aufm\u00e4rsche und die Pr\u00e4sidentschaftswahl in der Hochphase: In den USA k\u00f6nnte es derzeit nicht turbulenter zugehen. Inmitten all des Chaos erhebt sich nun YG und wirft sein neues Album \u201eMy Life 4Hunnid\u201c in den Ring. Obwohl der Rapper aus Compton darauf gr\u00f6\u00dftenteils pers\u00f6nliche Anekdoten erz\u00e4hlt, geben die Songs unweigerlich einen Einblick in die brisanten Geschehnisse, die gerade eine ganze Nation umtreiben. Es ist unverkennbar, welchen Stempel dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche Jahr dem Album aufgedr\u00fcckt hat. Am deutlichsten wird das auf \u201eFTP\u201c: Hier haut YG mit aller Wucht auf die \u201eKu-Klux-Cops\u201c ein \u2013 eine unmittelbare Reaktion auf die rassistisch motivierten Morde durch die Polizei an Afroamerikanern (wof\u00fcr der Titel des Songs steht, muss hier nicht weiter ausgef\u00fchrt werden). Auch weniger direkte Songs erz\u00e4hlen von der tiefen Spaltung des amerikanischen Volkes. So berichtet YG von (Gang-) Gewalt auf den Stra\u00dfen (\u201eBlood Walk\u201c) und seiner Angst, als Afroamerikaner zu Unrecht hinter Gittern zu landen (\u201eOut on Bail\u201c). \u201eMy Life 4Hunnid\u201c wird inhaltlich getragen von der in den USA vorherrschenden Stimmung, dass gegenseitiges Vertrauen unm\u00f6glich geworden ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass dieses Gef\u00fchl auch ankommt, ist nicht zuletzt sowohl YGs exzellenter Performance als auch der hervorragenden Produktion zu verdanken. YGs Zeilen (sowie die seiner Feautureg\u00e4ste, u.a. Lil Wayne, Chris Brown und Tyga) sitzen sicher auf den scheppernden Trap-Beats, die teils mit klassischem West Coast-Sound angereichert sind und stets zum Kopfnicken einladen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Starkes Hiphop-Album als Spiegel des amerikanischen Dilemmas.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"YG - Out On Bail (Official Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/vW8PirKZN_A?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pillow Queens \u2013 In Waiting<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/pillow-queens-in-waiting.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-55775\" width=\"369\" height=\"369\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vier junge Musikerinnen aus Irland, die Homophobie, Sexismus und soziale Missst\u00e4nde satthaben: Das sind die Pillow Queens, 2016 gegr\u00fcndet und mittlerweile gestandene Mitglieder in der Riege einflussreicher und vielversprechender Bands made in Dublin. Nach zwei EPs und diversen Singles folgt nun das lang erwartete Deb\u00fctalbum \u201eIn Waiting\u201c. Worauf die Pillow Queens warten bleibt dabei kein Geheimnis, denn auf ihrem Mix aus Pop und Rock transportieren sie ihre eindr\u00fcckliche und zweiseitige Botschaft: Vorherrschend ist der Frust \u00fcber eine ungerechte Welt, \u00fcber gespaltene Gesellschaften und die Diskriminierung von (queeren) Minderheiten. Darunter, etwas subtiler, doch keineswegs verborgen, steckt eine Botschaft der Hoffnung: Einigkeit und Zusammenhalt f\u00fchren zu positiver Ver\u00e4nderung \u2013 und auf diese Ver\u00e4nderung warten wir. Relevanter k\u00f6nnte die Message zur heutigen Zeit wohl nicht sein. Doch die Pillow Queens sehen nicht tatenlos zu, sondern machen sich zur Stimme einer jungen Generation, die f\u00fcr eine bessere Zukunft k\u00e4mpft. Ohne Furcht kritisieren sie Missst\u00e4nde in ihrer Welt, so etwa auf dem punkigen \u201eGay Girls\u201c, das die Stellung von lesbischen und queeren Frauen im erzkatholischen Irland zum Thema hat. Auch abseits der k\u00e4mpferischen Tracks kann das Quartett brillieren: So schaffen sie es auf \u201eBrothers\u201c, vom tragischen Verlust einer nahen Person zu erz\u00e4hlen, ohne dabei Hoffnung und Zuversicht zu verlieren. Ein schwieriger Spagat, den die wenigsten so leichtf\u00fc\u00dfig meistern wie die vier Irinnen. \u201eIn Waiting\u201c trifft wie kaum ein anderes Album den Zeitgeist und verspricht, f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit in unseren Ohren zu klingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Indie-Rock, der vor allem durch seine starke Botschaft \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Pillow Queens - Brothers (Music Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bohUGXrBrhU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bear&#8217;s Den &#8211; Fragments<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/bears-den-paul-frith-fragments-408x408-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-55697\" width=\"368\" height=\"368\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fans des britischen Folk-Rock aufgepasst: Bear\u2019s Den sind zur\u00fcck! F\u00fcr ihr neues Album haben sich S\u00e4nger Andrew Davie und Gitarrist Kevin Jones den Komponisten Paul Frith geschnappt und einige ihrer fr\u00fcheren Werke neu eingespielt \u2013 in Begleitung einiger der besten Streichmusiker Londons. \u201eFragments\u201c ist daher kein neues Album im klassischen Sinne: Neben den neu interpretierten Songs sind noch einige Instrumentalst\u00fccke hinzugekommen, g\u00e4nzlich neue Songs gibt es allerdings nicht zu h\u00f6ren. Doch das schm\u00e4lert die Qualit\u00e4t der St\u00fccke keineswegs. Gerade langj\u00e4hrige Fans der Band und ihres schaurig-sch\u00f6nen Sounds werden durch die aufw\u00e4ndige orchestrale Untermalung ganz neue Facetten in geliebten Klassikern wie \u201eIsaac\u201c oder \u201eAuld Wives\u201c erkennen. Der Albumtitel hat hier Programm: Die alten Songs, zu Fragmenten zerbrochen, neu zusammengesetzt und arrangiert, erstrahlen in neuem Glanz. Komponist Frith, der bereits zuvor mit dem Duo zusammengearbeitet hatte und auch f\u00fcr Kompositionen anderer Gr\u00f6\u00dfen wie The xx oder Radiohead verantwortlich zeichnete, kleidet Davies Stimme gekonnt in ein neues Gewand, sorgt hier mal f\u00fcr Spannung, da mal f\u00fcr Ruhe. Das Ergebnis klingt sehr ausgeglichen \u2013 und am Ende vielleicht sogar ein wenig zu sauber. Dennoch \u00fcberzeugt \u201eFragments\u201c als Crossover-Kunstwerk und vermag nicht nur langj\u00e4hrige Fans der beiden Briten zu verzaubern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Orchestrale Neuinterpretation gro\u00dfartiger Indie-Songs.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Bear&#039;s Den + Paul Frith - Auld Wives - Fragments\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/9V7tNknvQlI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Doves \u2013 The Universal Want<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/doves-the-universal-want.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-55593\" width=\"368\" height=\"368\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gut Ding will Weile haben: Das haben sich die Mitglieder der britischen Rockband Doves wohl sehr zu Herzen genommen. Die drei Herren aus Manchester, die in den 2000ern den britischen Pop-Rock-Sound ma\u00dfgeblich mitgepr\u00e4gt haben und unter anderem auch zum Soundtrack von gro\u00dfartigen Serien wie Scrubs beigetragen haben, verschwanden 2010 g\u00e4nzlich von der Bildfl\u00e4che. Mehr als eine Dekade musste nun vergehen, bis sie ihre mittlerweile f\u00fcnfte LP \u201eThe Universal Want\u201c ver\u00f6ffentlicht haben. Wer sich noch an fr\u00fchere Werke der immerhin 1998 gegr\u00fcndeten Band erinnert, wei\u00df, dass hier soundtechnisch nichts dem Zufall \u00fcberlassen wird: Die Qualit\u00e4t der Produktion sucht ihresgleichen, jeder Ton, jedes Gitarrenriff, jeder Beat wurde mit penibler Genauigkeit an der exakt richtigen Stelle platziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser perfektionistische Anspruch ist beim Durchh\u00f6ren der 10 Tracks jederzeit sp\u00fcrbar, doch klingt die Platte dabei stets authentisch und niemals erzwungen. Tats\u00e4chlich steht sie fr\u00fcheren Werken in nichts nach und kn\u00fcpft mehr oder weniger direkt an vergangene Hits der Band an. So f\u00fchlt man sich mitunter zur\u00fcckversetzt in die Pr\u00e4-Streaming-\u00c4ra, in der das musikalische Handwerk tats\u00e4chlich noch den Erfolg eines K\u00fcnstlers bestimmte. Die detailverliebten Nuancen f\u00fcgen sich schnell zu einem epischen Gesamtkonstrukt zusammen, das den H\u00f6rer schon nach der ersten Minute des potenten Openers \u201eCarousel\u201c abholt und \u2013 in typischer Doves-Manier \u2013 selbst an den erhabensten Stellen stets von einem Hauch Melancholie begleitet wird. Bleibt blo\u00df zu hoffen, dass Konzerte bald wieder m\u00f6glich sein werden, denn \u201eThe Universal Want\u201c schreit wie kaum ein anderes Werk danach, live erlebt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Perfekt produziertes, episches Pop-Rock-Album.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Doves - Prisoners\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Q02PXRTMus4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Big Sean \u2013 Detroit 2<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/cover.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-55501\" width=\"364\" height=\"364\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl Big Sean im Jahr 2011 mit seinem Deb\u00fctalbum \u201eFinally Famous\u201c bereits hoch hinausschoss, zementierte der ehemalige Proteg\u00e9 von Gro\u00dfmeister Kanye West seine Stellung als feste Gr\u00f6\u00dfe am Hip-Hop-Himmel erst ein Jahr sp\u00e4ter mit der Ver\u00f6ffentlichung seines gefeierten Mixtapes \u201eDetroit\u201c. Acht Jahre sp\u00e4ter folgt nun die Fortsetzung \u201eDetroit 2\u201c, mitunter ein Liebesbekenntnis an Seans krisengebeutelte Heimatstadt. Da wundert es nicht, dass Sean etliche K\u00fcnstler aus Detroit auf seiner Platte vereint \u2013 allein auf der \u201eFriday Night Cypher\u201c finden sich zehn weitere Detroiter MCs ein, darunter auch Eminem h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Auch sonst war Big Sean mal wieder umtriebig: Weitere Gr\u00f6\u00dfen wie Post Malone, Travis Scott und sogar Stevie Wonder finden den Weg auf das neue Tape. Es schadet eben nicht, ein Superstar des Genres zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sean gibt sich wie gewohnt vielseitig, mal introspektiv und tiefsch\u00fcrfend vor ruhiger Soundkulisse, mal unangenehm und laut auf wummernden Trap-Beats. Der Sound, an dem auch Kanye West als Executive Producer beteiligt war, wirkt nur an mancher Stelle etwas zu dicht, wenn die scheppernden Beats dazu neigen, Seans Message zu erdr\u00fccken. Abgesehen davon sind die 21 Tracks auf \u201eDetroit 2\u201c eine sehr heterogene Mischung, mit der der Rapper wieder einmal sein lyrisches und technisches K\u00f6nnen unter Beweis stellt. Das Mixtape soll \u00fcbrigens mit dem Anspruch entstanden sein, ausschlie\u00dflich Textzeilen zu enthalten, die Fans sich als Tattoo stechen lassen wollen. Das mag etwas \u00fcberambitioniert sein, denn zugegebenerma\u00dfen spielt die Platte \u2013 auch textlich \u2013 nicht in der absoluten Topliga. Trotzdem sollten sich Hip-Hop-Fans diesen musikalischen Trip durch Detroit keinesfalls entgehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung: <\/strong>Vielseitige, mit etlichen Featureg\u00e4sten veredelte Rap-Platte. Reinh\u00f6ren lohnt sich!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Big Sean - Lithuania ft. Travis Scott\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/H2Po5uiZMco?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dominic Fike \u2013 What Could Possibly Go Wrong<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/dominic-fike.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-54802\" width=\"362\" height=\"362\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rap trifft auf l\u00e4ssigen Surfer-Sound: Mit Dominic Fike schickt sich ein weiterer Newcomer an, das inzwischen ohnehin schon breit gef\u00e4cherte musikalische Spektrum des amerikanischen New School HipHop um weitere Nuancen zu erg\u00e4nzen. Ganz unbekannt war der 24-J\u00e4hrige allerdings nicht mehr, als er am vergangenen Freitag sein Deb\u00fctalbum \u201eWhat Could Possibly Go Wrong\u201c beim Major-Label Columbia Records ver\u00f6ffentlichte. Schon 2019 erkl\u00e4rten sich Szenegr\u00f6\u00dfen wie Billie Eilish und DJ Khaled zu Fike-Fans und verhalfen dem Rapper und S\u00e4nger so zu wachsender Bekanntheit. Auf seinem Deb\u00fctalbum nun versucht er sich daran, neben herrlich frischen Gitarrenriffs alle m\u00f6glichen anderen Genres unter einem Dach zu vereinen. So finden sich unter anderem klassischer Chart-Pop (\u201eChicken Tenders\u201c), R&amp;B-inspirierte Songs (\u201eVampire\u201c) und \u00e4therische Elektroballaden (\u201eFlorida\u201c) auf der Platte zusammen. Das geht leider nicht ganz auf, denn zu Teilen wirkt diese Mischung etwas wirr und willk\u00fcrlich zusammengestellt. Man vermisst zuweilen einen roten Faden, der durch das Album leitet, doch in Zeiten, in denen Playlists den Musikkonsum unserer Generation bestimmen, ist das ohnehin nur noch zweitrangig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf lyrischer Ebene hat das Album \u2013 ganz in der Tradition des New School Rap \u2013 nicht allzu viel zu bieten. Zwar setzt Fike sich auf so manchem Song mit politischen und gesellschaftlichen Ph\u00e4nomenen unserer Zeit auseinander (etwa auf \u201ePolitics &amp; Violence\u201c), doch besonders viel Tiefe sollte man hier nicht erwarten. Daf\u00fcr ist das Klangbild, das gelegentlich an Post Malone erinnert, auf einem Gro\u00dfteil der Songs absolut \u00fcberzeugend. Ein bisschen Autotune darf nat\u00fcrlich auch bei Fike nicht fehlen, doch gl\u00fccklicherweise setzt er die Stimmverzerrung in Ma\u00dfen ein und bewahrt seiner Musik somit einen authentischen und organischen Sound.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Frischer, unverbrauchter HipHop, der die Grenzen des Genres weitet. Klare Empfehlung!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Dominic Fike - Politics &amp; Violence (Official Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/LFXPG2ICn5E?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nicolas Jaar \u2013 Telas<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/a4200207258_10-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-54578\" width=\"365\" height=\"365\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo genau liegt die Grenze zwischen Musik und Ger\u00e4usch? Vertreter der experimentellen Musik versuchten schon immer, diese feine Linie auszuloten und kreieren dabei nie dagewesene musikalische Erfahrungen. Einer jener Bastler und T\u00fcftler ist der chilenisch-amerikanische DJ, Produzent und Komponist Nicolas Jaar, der mit \u201eTelas\u201c gerade sein mittlerweile drittes Album in diesem Jahr ver\u00f6ffentlicht hat. Seine Werke lassen sich in keine gemeinsame Schublade zw\u00e4ngen, denn keines gleicht dem anderen. Und so wird auch \u201eTelas\u201c zu Jaars musikalischem Spielplatz, auf dem er die Grenzen des Minimal bis zum Anschlag dehnt. Oder zeigt er vielmehr, dass es \u00fcberhaupt keine Grenzen gibt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort, wo traditionelle Instrumente wie eine Bassklarinette auf elektronische (St\u00f6r-) Ger\u00e4usche treffen, wo wilde, urt\u00fcmlich anmutende Trommelei mit dem metallischen Klang selbstgebauter Instrumente konkurriert und \u00fcber allem gelegentlich Jaars atmosph\u00e4rische Stimme fliegt, entsteht ein Raum fernab des Bekannten und Angenehmen. Denn die Soundkulisse berichtet \u2013 ohne dabei Worte zu brauchen \u2013 von Einsamkeit, von der Konfrontation mit unangenehmen Wahrheiten. Das l\u00e4sst in Zeiten wahrhaftiger k\u00f6rperlicher und geistiger Abschottung vielleicht ein wenig in Jaars eigenen Schaffensprozess blicken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herausgekommen sind vier Songs von jeweils etwa 15 Minuten L\u00e4nge, die ihre eigene Geschichte erz\u00e4hlen \u2013 und die wird f\u00fcr jeden H\u00f6rer sicherlich anders klingen. \u201eTelas\u201c ist ein gelungenes Experiment, das zeigt, was weitab des Mainstreams alles m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Bemerkenswertes Unikat fernab des Bekannten und Eing\u00e4ngigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Telalla\u0301s\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/XCWc2CUjMfM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">PAINT &#8211; Spiritual Vegas<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/paint-spiritual-vegas-1024x1024-1-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-54518\" width=\"352\" height=\"352\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend man in einer Gruppe noch Kompromisse eingehen muss, kann einem bei einem Soloprojekt keiner mehr dazwischenreden. Und so l\u00e4sst Pedrum Siadatian, Gitarrist der kalifornischen Psychedelic-Pop-Band Allah-Las, auf seinem Nebenprojekt \u201ePAINT\u201c den inneren Weirdo von der Leine und tobt sich auf der Gitarre und am Mikrofon aus. Soundtechnisch macht er viele Anleihen beim Psychedelic Rock der 60er und 70er. Das Ganze artet in einem wilden Gestr\u00fcpp aus verr\u00fcckten Gitarrenriffs uns -solos aus, in denen Siadatian des \u00d6fteren auch mal gewollt falsche Noten unterbringt. Weird Pop eben. Begleitet wird die Mischung von seinem oft eher monotonen Gesang, dessen Klangbild die bereits erw\u00e4hnten Einfl\u00fcsse verr\u00e4t. Pink Floyd sei hier nur als ein bekanntes Beispiel zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl einige der Songs Gefahr laufen, ohne nennenswerte Akzente etwas dahinzupl\u00e4tschern, gibt es zwischendrin auch Au\u00dfergew\u00f6hnliches zu h\u00f6ren. Besonders sei hier der Ausflug in den orientalischen Klangraum auf \u201eTa Fardah\u201c zu erw\u00e4hnen, wo traditionell persisch anmutende Melodien mit zeitgen\u00f6ssischeren Gitarrenriffs vermischt werden. \u201eLand Man\u201c hingegen scheint wie gemacht f\u00fcr einen br\u00fctend hei\u00dfen Sommertag. Alles in allem ist \u201eSpiritual Vegas\u201c eine saubere Abwechslung zum Einheitsbrei, die in so manchem H\u00f6rer sicherlich das ein oder andere nostalgische Gef\u00fchl hervorrufen d\u00fcrften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung: <\/strong>Verr\u00fcckt, schr\u00e4g \u2013 &nbsp;und einzigartig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"PAINT - Land Man (Official Video)\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PXqW0LlweW8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Denai Moore \u2013 Modern Dread<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/denai-moore-modern-dread.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-54429\" width=\"351\" height=\"351\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Pop nicht immer nur nach Einheitsbrei klingen muss, beweist Denai Moore eindrucksvoll auf ihrem gerade erschienenen Album \u201eModern Dread\u201c. Die mittlerweile dritte Platte der 27-j\u00e4hrigen britisch-jamaikanischen S\u00e4ngerin ist ein eklektisches Werk voller gewagter musikalischer Umbr\u00fcche. Hier werden die Grenzen zwischen verschiedensten Genres gesprengt, die wie ein Flickenteppich um die musikalische Konstante des Albums \u2013 Moores pr\u00e4gnante Stimme \u2013 gelegt werden. Zwar gibt es zwischendrin auch die ein oder andere eing\u00e4ngige Melodie zu h\u00f6ren, doch zum Gro\u00dfteil klingt hier keine Sekunde wie die andere. Das ist wunderbar erfrischend in einer Zeit, in der gerade in den Bereichen Pop und HipHop nicht viel Abwechslung herrscht. Ob \u201eModern Dread\u201c von deutschen Radiosendern gespielt w\u00fcrde, ist daher fraglich. Sch\u00f6n w\u00e4re es, denn Moore verdient definitiv viel mehr Aufmerksamkeit, als sie hierzulande bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch inhaltlich trifft die K\u00fcnstlerin den Zeitgeist, wenn sie unter anderem \u00fcber Reiz\u00fcberflutung und Isolation in unserer modernen Welt klagt, oder aber mit dem sch\u00e4dlichen Einfluss toxischer Beziehungen ringt. Alles in allem liefert Moore eine \u00fcberzeugende Platte ab, auf die man sich g\u00e4nzlich einlassen sollte. So wird sie auch nach mehrmaligem Durchh\u00f6ren nicht langweilig, da immer wieder neue musikalische Facetten durchschimmern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Sehr erfrischender Mix aus Pop, RnB, Soul und Electronic. Klare Empfehlung!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Denai Moore - To The Brink (Official Music Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fheBoWdAcWI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gordi &#8211; Our Two Skins<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/0656605235837.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-54288\" width=\"352\" height=\"352\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus in einem kleinen \u00d6rtchen in New South Wales eroberte Gordi 2017 mit ihrem Deb\u00fctalbum \u201eReservoir\u201c im Sturm die australischen Charts. Schon zuvor hatte sie den starken Klang ihrer Stimme als Backgrounds\u00e4ngerin von Bon Iver unter Beweis stellen k\u00f6nnen. Nun folgte am vergangenen Freitag das von Fans hei\u00df ersehnte zweite Studioalbum. Und das, obwohl 2020 f\u00fcr Gordi (b\u00fcrgerlich Sophie Payten) zwischenzeitlich gar nicht im Zeichen der Musik stand. Die 27-J\u00e4hrige ist n\u00e4mlich studierte Medizinerin und sprang in den vergangenen Monaten kurzerhand ein, um die teils \u00fcberf\u00fcllten australischen Krankenh\u00e4user bei der Bew\u00e4ltigung der Coronakrise zu unterst\u00fctzen. Jetzt steht ihre neue Platte \u201eOur Two Skins\u201c in den L\u00e4den \u2013 und die Fans d\u00fcrften nicht entt\u00e4uscht sein. Denn einmal mehr bereichert Gordi das Indie-Genre mit wundersch\u00f6nen Melodien und mutigen Texten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im musikalischen Zentrum des Albums steht stets ihre vielseitige Stimme, die uns mit einem weiten Tonspektrum und hypnotischen Melodien ins Reich der Tagtr\u00e4ume entf\u00fchrt. Die begleitenden Instrumente halten sich oftmals dezent im Hintergrund, damit Gordi ihren Stimmapparat richtig in Szene setzen kann, wie etwa auf dem schaurig-sch\u00f6nen und starken Opener \u201eAeroplane Bathroom\u201c. Auf anderen Songs wie \u201eSandwiches\u201c sind die Gitarren und Drums zwar wesentlich pr\u00e4gnanter, doch sie stellen sich dem kraftvollen Gesang niemals in den Weg. Im Gegenteil: Die Harmonie ist zuweilen perfekt.&nbsp;Auch auf lyrischer Ebene kann das Album begeistern. Gordi gibt sich au\u00dferordentlich introspektiv und scheut nicht davor zur\u00fcck, ihre eigenen Schw\u00e4chen und \u00c4ngste zu offenbaren. Es geht um die Suche nach dem Ich, die eigene Sexualit\u00e4t,&nbsp;die Verarbeitung vergangener Beziehungen, aber auch um Verzweiflung, Momente der Panik und den Umgang mit dem Tod. Ein thematisch breitgef\u00e4chertes Spektrum, in dem sich sicher viele Millennials wiederfinden k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht viele K\u00fcnstler verstehen es Musik zu machen, die gleicherma\u00dfen traurig und gl\u00fccklich stimmt. Gordi hat dieses Konzept bereits auf ihrem zweiten Album gemeistert und liefert somit einen mehr als w\u00fcrdigen Nachfolger zu ihrem Deb\u00fct. Klare Empfehlung!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung: <\/strong>Starker Gesang, wundersch\u00f6ne Melodien, mutige Texte: Indie at its best!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Gordi - Aeroplane Bathroom (Official Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/sBUDAmDf-DY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Larkin Poe \u2013 Self Made Man<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Larkin-Poe-Self-Made-Man-1024x1024-1-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-54017\" width=\"352\" height=\"352\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schwestern Rebecca und Megan Lovell, die unter dem Namen \u201eLarkin Poe\u201c seit nunmehr zehn Jahren Rockmusik machen, d\u00fcrften in Deutschland den wenigsten bekannt sein. Das mag mitunter daran liegen, dass das Duo aus Atlanta gr\u00f6\u00dftenteils sogenannten Roots Rock spielt, eine Version des Rock, die Elemente des Country, Blues und Folk vereint und vor allem in den amerikanischen S\u00fcdstaaten gr\u00f6\u00dferen Anklang findet. Trotzdem sollten die beiden Powerfrauen auch hierzulande mehr Aufmerksamkeit bekommen. Gerade haben Larkin Poe ihr mittlerweile f\u00fcnftes Album mit dem ironischen Titel \u201eSelf Made Man\u201c ver\u00f6ffentlicht. Und das geizt keineswegs mit starken Gitarrenriffs und eing\u00e4ngigen Melodien. Kombiniert mit der tiefen Stimme von Leads\u00e4ngerin Rebecca Lovell entstehen dabei durchaus Songs mit Hitpotential, wie etwa \u201eHoly Ghost Fire\u201c und \u201eKeep Diggin\u2019\u201c beweisen. Das Schwesternduo, das 2018 sogar schon f\u00fcr einen Grammy nominiert war, strotzt auf jedem Song geradezu vor Selbstbewusstsein und liefert genau zur richtigen Zeit im Jahr ein markiges Album f\u00fcr sonnige Tage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fun Fact: Der etwas merkw\u00fcrdige Name, den die Lovells f\u00fcr ihre Band gew\u00e4hlt haben, stammt von ihrem Ur-Ur-Ur-Gro\u00dfvater, der ein Cousin des ber\u00fchmten Schriftstellers Edgar Allan Poe war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Erfrischender S\u00fcdstaaten-Rock in zeitgem\u00e4\u00dfem Gewand. Empfehlenswert!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Larkin Poe | She&#039;s A Self Made Man (Official Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/rQgnpQEHzPk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Haftbefehl &#8211; Das Wei\u00dfe Album<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/haftbefehl_cover_1600_2020-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53930\" width=\"353\" height=\"353\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haftbefehl ist zur\u00fcck. Der Offenbacher Rapper hat fast sechs Jahre seit seinem letzten Soloalbum (\u201eRussisch Roulette\u201c) verstreichen lassen und betritt nun mit einer 14 Songs umfassenden neuen Platte erneut die Deutschrap-B\u00fchne. Auf den ersten Blick mag man meinen, inhaltlich h\u00e4tte sich bei Hafti nichts ge\u00e4ndert: Bei seinem \u201eWei\u00dfen Album\u201c ist der Name Programm \u2013 es geht mal wieder ausf\u00fchrlich um das Gesch\u00e4ft mit dem kolumbianischen Exportschlager. Doch das Album zeigt schnell die inhaltliche Entwicklung auf, die Haftbefehl in den letzten Jahren durchgemacht hat. In der Zeit seit dem letzten Album hat sich n\u00e4mlich einiges getan: Der Gangsta-Rapper, der mit seinem harten Stra\u00dfensound eine ganze Generation abgeholt hat, ist sesshaft geworden und hat eine Familie gegr\u00fcndet. 2020 muss er nun den gef\u00e4hrlichen Spagat wagen, gleichzeitig hart zu klingen, aber auch authentisch zu bleiben. Ein Familienvater mit Haus und Vorgarten dealt in der Regel eben nicht mehr auf der Frankfurter Stra\u00dfe. In einer Zeit, in der die Rapszene von einem sehr jungen Haufen neuer K\u00fcnstler dominiert wird, geh\u00f6rt Hafti sowieso schon eher zu den Oldies. Da wundert es kaum, dass er sich auf seinem neuen Album erneut mit Marteria zusammengetan hat, um einen Song an die S\u00f6hne der beiden zu richten (\u201ePapa war ein Rolling Stone\u201c). V\u00e4terlicher Rap von der Stra\u00dfe sozusagen. Haftbefehl hat gemerkt, dass er sich allein altersm\u00e4\u00dfig in einer anderen Sph\u00e4re befindet als die deutsche Newschool. Zum Gl\u00fcck macht er nicht den Fehler, sich ihr anzubiedern, sondern m\u00f6chte sich im Gegenteil von ihr abgrenzen. Auf \u201eMorgenstern\u201c wird diese n\u00e4chste Generation daher eifrig gedisst. Ohne Widerspr\u00fcche w\u00e4re Haftbefehl aber nicht Haftbefehl: Einerseits kreidet er seinen Gegnern \u00fcberm\u00e4\u00dfige Autotune-Nutzung an, andererseits macht er selbst \u00fcppigen Gebrauch von der Stimmverzerrung. Und irgendwie funktioniert das bei ihm auch meistens. Auf Beatebene ist \u201eDas Wei\u00dfe Album\u201c besonders hochkar\u00e4tig: Die zutiefst brachialen und ausgefeilten Beats von Produzent Bazzazian sind wie gewohnt die treibende Kraft hinter dem Album.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles in allem klingt der neue Haftbefehl ausgezeichnet. Stra\u00dfenrap aus Papa-Perspektive funktioniert hier gut, der Sound ist rund und ausgereift. Und nat\u00fcrlich zeigt Hafti einmal mehr eindrucksvoll, was ihn als Rapper zum Unikat macht. V\u00f6llig abgedrehte Reimketten und geniale grammatikalische Fehler inklusive.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere<\/strong> <strong>Meinung:<\/strong> Haftbefehl muss man hassen oder lieben. Wer ihn feiert, wird auch die neue Platte lieben!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"HAFTBEFEHL - MORGENSTERN (prod. von Bazzazian) [Official Video]\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/xmsbbPj_5Wk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Flying Lotus &#8211; \u201eFlamagra&#8220; (Deluxe Version)<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/139635.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53813\" width=\"350\" height=\"350\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugegeben, \u201eFlamagra\u201c von Flying Lotus ist nicht absolut brandneu. Das sechste Studioalbum des Steven Ellison, wie \u201eFlyLo\u201c mit b\u00fcrgerlichem Namen hei\u00dft, ist eigentlich schon vor einem Jahr erschienen. Fans des Beatproduzenten aus Los Angeles hatten nach dem 2014 erschienenen \u201eYou\u2019re Dead!\u201c ganze f\u00fcnf Jahre auf eine neue Platte warten m\u00fcssen \u2013 und wurden nicht entt\u00e4uscht. Nun, ein gutes Jahr sp\u00e4ter, erscheint die Deluxe-Version von \u201eFlamagra\u201c, die von Hobbyrappern und DJs sehnlichst erwartet wurde. Denn mit ihr kommen alle 27 Tracks des urspr\u00fcnglichen Albums als Instrumentals. Dabei hat das Originalwerk eine F\u00fclle hochkar\u00e4tiger Featureg\u00e4ste zu bieten: Anderson .Paak, Denzel Curry und der legend\u00e4re Thundercat seien hier nur als Beispiele zu nennen. Doch egal, ob Originalsong oder Instrumental: FlyLo hat auf \u201eFlamagra\u201c ganze Arbeit geleistet. Das satte 107 Minuten lange Album sch\u00e4umt \u00fcber vor musikalischer Vielfalt, Finesse und Detailverliebtheit. Das f\u00fchrt dazu, dass man bis heute bei jedem Durchh\u00f6ren neue Facetten und Nuancen entdecken kann. Typisch f\u00fcr Flying Lotus verschmelzen hier unter anderem Funk-, Jazz- und Hiphop-Elemente scheinbar m\u00fchelos zu einem einzigartigen Kunstwerk, das keiner starren Linie folgt und sich stetig neu erfindet. Auf lyrischer Ebene sollte man hier keine Offenbarung erwarten: Ausdrucksstark wird \u201eFlamagra\u201c allein durch die Musik. Daher funktionieren die Instrumentals auch ganz alleine, ohne Gesang oder Rap.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein musikalischer Trip, der nach vorne prescht, nur um im n\u00e4chsten Moment von ganz hinten wieder neu zu starten; der mal nach rechts, mal nach links, oben oder unten ausschl\u00e4gt \u2013 und den H\u00f6rer dabei stets mitnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Starke Symbiose verschiedenster Genres, die in der Instrumentalversion auch ganz ohne Gesang oder Rap funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Flying Lotus - More (feat. Anderson .Paak) [Official Video]\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ylqBPksn36A?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">The 1975 &#8211; \u201eNotes On A Conditional Form\u201d<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/the1975-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53686\" width=\"348\" height=\"348\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann viel \u00fcber die Musik von \u201eThe 1975\u201c behaupten, doch mit Sicherheit nicht, dass sie eint\u00f6nig sei. Auch das neue Werk der britischen Pop-Rockband ist in musikalischer Hinsicht ein Album der Extreme. Auf der 22 Tracks umfassenden Platte wollen die Jungs um Fronts\u00e4nger Matthew Healy den chaotischen Zeitgeist unserer Generation reflektieren, was sich zum gro\u00dfen Teil im eklektischen Charakter des Werks niederschl\u00e4gt. Wer auf dem Weg durch das Album n\u00e4mlich einen stilistischen roten Faden sucht, wird auf \u201eNotes On A Conditional Form\u201c garantiert nicht f\u00fcndig: Hier ist wirklich alles vorhanden \u2013 von aggressivem Anarcho-Punk (\u201ePeople\u201c) \u00fcber angestaubt klingende Indie-Hymnen (\u201eIf You\u2019re Too Shy\u201c) und dahinpl\u00e4tscherndes Synthie-F\u00fcllmaterial (\u201eYeah I Know\u201c) bis hin zu treibendem House mit Dancehall-Einfl\u00fcssen (\u201eShiny Collarbone\u201c). Die Rechnung geht leider nicht wirklich auf, denn wo alle m\u00f6glichen Stile in einen Topf geworfen werden und viel experimentiert wird, l\u00e4sst sich schwer ein zugrundeliegendes Konzept erkennen. Mit den Lyrics versucht S\u00e4nger Healy, die wilde Mischung irgendwie zusammenzuhalten \u2013 es gibt eine geh\u00f6rige Portion Selbstreflektion und Sozialkritik zu h\u00f6ren \u2013 doch letztendlich ist die Platte etwas \u00fcberladen und h\u00e4tte eine Entschlackungskur vertragen k\u00f6nnen. Da hilft auch die Stimme Greta Thunbergs nicht, deren knapp 5-min\u00fctiger Monolog auf dem allerersten Track den H\u00f6rer auf Kampf und Rebellion einschw\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz aller Ambitionen ist weniger eben doch manchmal mehr. Dennoch ist \u201eNotes On A Conditional Form\u201d ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Album, das teils wirklich sch\u00f6ne und erfrischende Tracks beheimatet. Vielleicht sollte man sich diese Highlights einfach in die Playlist packen und auf \u00dcbersch\u00fcssiges dankend verzichten \u2013 so macht man das doch ohnehin heutzutage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Eklektisches, leicht \u00fcberambitioniertes Album mit einigen Highlights.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"The 1975 - Then Because She Goes\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/CcoFDAujHgo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Moby &#8211; \u201eAll Visible Objects&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/moby-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53606\" width=\"343\" height=\"343\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was treibt eigentlich Moby? In den vergangenen Jahren ist das New Yorker Electronic-Urgestein immer mehr aus dem Fokus der \u00d6ffentlichkeit verschwunden, was nicht zuletzt an der zunehmenden Irrelevanz seines musikalischen Outputs liegt.<br>Nun hat Richard Melville Hall, wie Moby mit b\u00fcrgerlichem Namen hei\u00dft, sein mittlerweile 17. Album ver\u00f6ffentlicht. Der K\u00fcnstler und Aktivist verfolgt mit der Platte durchaus ehrenwerte Ziele: S\u00e4mtliche Einnahmen aus dem Verkauf des neuen Albums gehen an Tier- und Menschenrechtsorganisationen. Nur zu gerne w\u00fcrde man solch noble Zwecke unterst\u00fctzen, wenn doch auch die Musik Spa\u00df machen w\u00fcrde. Jedoch liefert Moby wie schon auf seinen letzten Alben nicht mal ansatzweise eine musikalische Qualit\u00e4t und Finesse, wie man sie etwa noch auf legend\u00e4ren Platten wie \u201ePlay\u201c (1999) vorfand. Thematisch bewegt sich \u201eAll Visible Objects\u201c konsequent im Bereich Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Tierrechte. Musikalisch haben die gr\u00f6\u00dftenteils EDM-lastigen Songs leider nicht viel zu bieten. Die Mischung kommt monoton und generisch r\u00fcber, die sich stetig wiederholenden Lyrics der Gasts\u00e4nger \u00f6den an. Das geht soweit, dass Tracks wie das pseudo-k\u00e4mpferische \u201ePower is Taken\u201c eigentlich nur nerven. Auch eine atmosph\u00e4rische Stimmung, die so manches Lied wie der gut neunmin\u00fctige Titelsong \u201eAll Visible Objects\u201d heraufbeschw\u00f6ren m\u00f6chte, will sich leider nicht so recht einstellen. Irgendwie hat man das Gef\u00fchl, man h\u00e4tte das alles schon zigmal geh\u00f6rt. Schade! Von einem ehemaligen Avantgardisten des elektronischen Pop h\u00e4tte man mehr erwarten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong> Musikalisch unspektakul\u00e4res Album, das leider bei Weitem nicht an vergangene Meisterwerke ankn\u00fcpfen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Moby - All Visible Objects (official audio)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/vUwldTGZgjg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I Break Horses &#8211; \u201eWarnings&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/ibreakhorses-scaled-1024x1021-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53513\" width=\"344\" height=\"343\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Lust auf eine ausgedehnte Reise in die Tiefen der Seele hat, sollte sich das neue Album des schwedischen Duos I Break Horses zu Gem\u00fcte f\u00fchren. Auf den ersten Blick l\u00e4sst die Kombination aus der \u00e4therischen Stimme von S\u00e4ngerin Maria Lind\u00e9n und den federleichten, geschichteten Synthie-Melodien dem H\u00f6rer regelrecht Fl\u00fcgel wachsen. <br> Doch der zu weiten Teilen euphorische Dream-Pop-Sound des Albums tr\u00fcgt: Inhaltlich fliegen die Schweden nicht in Richtung Himmel, sondern tauchen tief in die emotionalen Abgr\u00fcnde einer gebeutelten Seele ein. Der vernichtende R\u00fcckblick auf eine vergangene Beziehung, der im ersten Song den Ton f\u00fcr das gesamte Album angibt, ist nur ein Beispiel. Weitere Lieder mit den Titeln \u201eI\u2019ll Be the Death of You\u201c oder \u201eDepression Tourist\u201c sprechen f\u00fcr sich. Wer in der Stimmung ist, sich mit entsprechenden Themen auseinanderzusetzen, den erwartet ein facettenreiches, musikalisch \u00fcberzeugendes Album.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung:<\/strong>&nbsp;Vertr\u00e4umter, emotional tiefsch\u00fcrfender Synth-Pop.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"I Break Horses - I&#039;ll Be The Death Of You (Official Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/RoTkW1Rvh9k?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Car Seat Headrest \u2013 \u201eMaking a Door Less Open&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/funky.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/carseatheadrest.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53528\" width=\"344\" height=\"344\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf ihrem neu erschienenen Album schl\u00e4gt die amerikanische Indie-Rock-Band um Mastermind Will Toledo neue T\u00f6ne an. Wer mit der Musik von Car Seat Headrest vertraut ist, merkt, dass die Jungs sich hier von ihrem bisherigen Sound entfernen und neue Wege gehen wollen. Dabei helfen soll der verst\u00e4rkte Einsatz von Syntie-Melodien und allerlei Effekten. Herausgekommen ist ein eklektisches Werk fernab von eing\u00e4ngigem Rock-Pop, das leider nicht auf ganzer Linie zu \u00fcberzeugen wei\u00df. Teils wirkt die Mischung etwas \u00fcberladen, viele der Soundexperimente funktionieren nicht wirklich. Doch dazwischen finden sich mit Songs wie \u201eCan\u2019t Cool Me Down\u201c oder \u201eHollywood\u201c sehr erfrischende Passagen, die teils sogar Hitpotential bergen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Meinung: <\/strong>Experimentelles und abwechslungsreiches Album mit H\u00f6hen und Tiefen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Car Seat Headrest - &quot;Hollywood&quot; (Official Music Video)\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ka9l8X8W03Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was dreht sich da Neues auf den Plattentellern? 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