Der Ausstieg aus der Kohleenergie ist ja eine gute Sache, doch kommt sie viel zu spät, meint unser Autor. Das ist Verrat an der Jugend.
Von Niklas Schulz

Das letzte Kohlekraftwerk Deutschlands soll 2038 vom Netz genommen werden, so schlug es die Kohlekommission Ende Januar in Berlin vor. Das Ergebnis, das von vielen als „Erfolg“ betitelt wird, ist ein Verrat an uns, an der Jugend!

Zum einen kommt der Ausstieg viel zu spät, denn um die Klimaerwärmung „möglichst“ unter 1,5 Grad Celsius zu halten, wie von der Weltgemeinschaft 2015 in Paris beschlossen, müssten spätestens 2030 alle Kohlekraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Doch dieser Fakt wird totgeschwiegen, stattdessen will man acht weitere Jahre an der dreckigsten bekannten Energiequelle festhalten.

Immerhin soll der Plan bis 2029 dreimal überprüft werden, jedes Mal mit der Möglichkeit der Verschiebung der Abschalttermine für bestimmte Kohlekraftwerke.

Keine Entschädigung für Energiekonzerne!

Zum anderen ist die Empfehlung, Energiekonzerne wie RWE oder Uniper in Milliardenhöhe zu entschädigen, das Ergebnis jahrelanger Lobbyarbeit. Anstatt Konzernen, die die Zukunft unserer Generation zerstören, Geld hinterherzuwerfen, sollte die Regierung diese Konzerne für ihre angerichteten Schäden zahlen lassen!

Doch die Energieanbieter verbreiten Angst über steigende Strompreise und erschleichen sich so den Rückhalt vieler Bürger und Politiker, obwohl bereits finanzielle Unterstützungen geplant sind, um höheren Kosten entgegenzuwirken.

Die Vorschläge der Kohlekommission lassen leider zahlreiche Hintertüren offen und sind bei Weitem nicht ausreichend, um unsere Generation zu schützen. Deshalb ist es umso wichtiger, auf die Straße zu gehen und sich am Protest zu beteiligen. Wir dürfen uns nicht von Energiekonzernen und Politikern unsere Zukunft zerstören lassen!

Titelbild: Im Kraftwerk Niederaußem sind zwei Braunkohleblöcke Ende 2018 stillgelegt worden. (c) Stodtmeister unter der Creative Commons Lizenz CC BY 3.0