Hallo Politik, Hallo Steffen

Steffen Seibert bei einer Jugendkonferenz
Tag der offenen Tür im Presse- und Besucherzentrum (PBZ) des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung. Kinder- und Jugendpressekonferenz mit Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung.

Steffen Seibert arbeitet häufig am Wochenende, so auch am vergangenen Sonntag als ihn Nachwuchsreporter mit Fragen löchern konnten.

Von Julia Sauer

Haben Sie schon einmal bei einer Pressekonferenz gelogen? Haben Sie ein Gerät im Ohr, mit dem Sie sich während einer Pressekonferenz mit Angela Merkel absprechen? Und warum ermöglicht die Bundesregierung nicht die Chance auf kostenlosen Sport für alle?

Es ist Sonntag, 12.30 Uhr. Ich bin im Bundespresseamt zusammen mit circa 80 Berliner Schülerinnen und Schülern. Warum haben sie sich an einem Sonntag (dem heiligsten, da freien Tag eines Schülers) so zahlreich versammelt? Um Fragen zu stellen! Aber nicht an irgendwen, sondern an den Regierungssprecher und Chef des Bundespresseamtes Steffen Seibert. Er hatte zu einer Jugendpressekonferenz eingeladen.

„Lügen? Nie. Aber man sagt nicht immer alles, was man weiß.“

Und die Nachwuchsreporter waren gut vorbereitet! Bei so mancher Frage kam selbst der längste bisher amtierende Regierungssprecher ins Schwitzen. Die Frage, ob er bei einer Bundespressekonferenz schon mal gelogen habe, hat Seibert ganz klar mit einem „Nein, nie!“ beantwortet. „Aber man sagt nicht immer alles, was man weiß.“ Clevere Antwort, das muss man ihm lassen.

Bei der Frage nach kostenlosem Sport für alle kommt er schon mehr ins Straucheln. Da gibt es doch so ein Projekt, das die damalige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen verabschiedet hat. Wie hieß das noch mal? „Bildungspaket“! Richtig! Auch ein Regierungssprecher kann nicht immer alles wissen. Doch er ist auch nicht alleine. Seine kleinen „Vögelchen“, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bundespresseamtes, zwitschern ihm das ein oder andere vergessene Wort. Ein Gerät im Ohr, das ihn mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verbindet, hat er aber nicht. Er würde sich mit Merkel nur vor und nach einer Pressekonferenz austauschen.

Und dann war da auch noch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Er nahm sich spontan Zeit für Fragen der Jugendreporter und -reporterinnen. „Wenn Sie Minister in einer Bundesregierung sind, dann fällt Ihr Name schon mal häufiger. Da dürfen Sie sich nichts draus machen“, antwortet Altmaier auf die Frage, was den an dem Gerücht dran sei, man wolle ihn zum Präsidenten der Europäischen Kommission machen.

Die Jugendlichen fanden die Veranstaltung insgesamt „ganz cool“. Simon Selle, Schüler des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums in Berlin-Lichtenrade, fand es schade, dass keine Nachfragen gestellt werden konnten. Insgesamt wäre auch die Zeit etwas knapp gewesen. Helena Haaré aus Weimar, die zufällig mit ihrer Mama dort war, meint, dass Steffen Seibert schon etwas um den heißen Brei herumgeredet hat. Das sieht sie ihm aber nach, „weil manche Themen wirklich speziell waren“.

 

Titelbild: Bundesregierung / Gero Breloer / Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Du willst mehr? Du bekommst mehr!

Wir haben genug davon, dass die Geschichten immer nur von den Alten erzählt werden. Deswegen haben wir den Stift selbst in die Hand genommen, sind durch die Lande gezogen, haben Geschichten und Menschen gesucht, gefunden und alles aufgeschrieben, was uns untergekommen ist. Wir haben unsere Smartphones und Kameras gezückt und Fotos und Videos gemacht. Auf funky zeigen wir euch die Ergebnisse unserer Recherchen.