Weihnachten steht wie keine andere Zeit im Jahr für gemütliches Beisammensein im Kreise der Liebsten. Doch für Menschen, die niemanden haben, mit dem sie die Feiertage verbringen könnten, ist der Dezember oft mit Einsamkeit verbunden. Dabei reicht manchmal schon ein Schritt in den Hausflur für den Beginn eines echten Miteinanders. Katharina Roth ist Geschäftsführerin der nebenan.de-Stiftung. Diese hat die Aktion „Wir Weihnachten“ beziehungsweise „Gemeinsam gegen Einsamkeit in der Nachbarschaft“ ins Leben gerufen, um das Potenzial der Nachbarschaft für mehr Miteinander und gegen die zunehmende Einsamkeit zu nutzen. Im Interview spricht Katharina Roth über mögliche Aktionen und wie diese umgesetzt werden können.
Frau Roth, besonders in der Weihnachtszeit ist Einsamkeit jedes Jahr ein Thema. Woran liegt das? Katharina Roth: Das hängt zum einen mit der dunklen Jahreszeit zusammen. Gerade, wenn es dunkel und kalt ist, verlagert sich das gesellschaftliche Leben oft in die Innenräume, wo es dann eben nicht mehr allen zugänglich ist. Es hat zum Beispiel nicht jede und jeder das Geld, sich wöchentlich in ein Café zu setzen, um soziale Kontakte zu pflegen. Zum anderen ist Weihnachten durch die Werbung stark mit dem Bild der glücklichen Familie verbunden, die gemeinsam die Festtage verbringt. Ich denke, da wird vielen Menschen, die nicht das Privileg haben, im Kreise der Familie zu feiern, ihr Alleinsein noch einmal besonders vor Augen geführt.
Einsamkeit wird oft mit alten Menschen in Verbindung gebracht. Doch bei einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung gab fast die Hälfte der 16- bis 30- Jährigen an, einsam zu sein. Wie erklären Sie sich das? Ich denke, dass die Corona-Pandemie immer noch nachwirkt. In dieser Zeit waren wir alle isoliert und besonders junge Menschen haben sich gezwungenermaßen mehr den sozialen Medien als ihren sozialen Kontakten zugewendet. Außerdem gibt es generell zu wenig Treffpunkte in der Öffentlichkeit, an denen junge Menschen sich kennenlernen und aufhalten können.
„Wir Weihnachten“ besteht aus vielen kleinen Weihnachtsaktionen, die von den Teilnehmenden selbst initiiert werden und an denen die Nachbarschaft teilnehmen kann. Wie geht man vor, wenn man eine Aktion anbieten möchte? Auf der Website von „Wir Weihnachten“ gibt es ein Formular, in das man die geplante Aktion eintragen kann. Das können ganz verschiedene Aktionen sein, etwa ein Weihnachtsspaziergang oder ein gemeinsames Weihnachtssingen. Es muss keine riesige Veranstaltung sein, gerade kleine Aktionen bewirken in der Summe Großes.
Wie finden einsame Menschen eine passende Aktion in ihrer Umgebung? Die angemeldeten Aktionen erscheinen auf einer interaktiven Karte, auf der man schauen kann, welche Aktionen im eigenen Postleitzahlgebiet angeboten werden. So können auch Menschen, die den Eindruck haben, jemand in ihrem Umfeld sehne sich nach sozialen Kontakten, dieser Person eine passende Aktion vorschlagen. Oft ist es für Betroffene gar nicht so leicht, sich die Einsamkeit einzugestehen.
Nehmen an den Aktionen alle Altersgruppen teil? Das ist sehr durchmischt, da in einer Nachbarschaft meistens auch Menschen verschiedenen Alters leben. Generell möchten wir mit den Aktionen alle Generationen ansprechen und auch gerade Jung und Alt, Alteingesessene und neu Zugezogene zusammenzubringen.
Gerade die kleinen Aktionen bewirken in der Summe Großes.
Katharina Roth
Welche Aktion aus den letzten Jahren ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben? Es gab so viele kleine Aktionen, die Großes bewirkt haben. Zum Beispiel organisiert die Nachbarin Ute aus Kreuzberg jedes Jahr ein Balkonsingen, bei dem sie Glühwein ausschenkt und Spenden für den guten Zweck sammelt. Oder die Nachbarin Lisa, ebenfalls aus Berlin, hat ein gemeinsames Plätzchenbacken veranstaltet und die Kekse danach am Bahnhof an Wohnungslose verteilt. Jede Aktion ist auf ihre Art besonders!
Weihnachten steht wie keine andere Zeit im Jahr für gemütliches Beisammensein im Kreise der Liebsten. Doch für Menschen, die niemanden haben, mit dem sie die Feiertage verbringen könnten, ist der Dezember oft mit Einsamkeit verbunden. Dabei reicht manchmal schon ein Schritt in den Hausflur für den Beginn eines echten Miteinanders. Katharina Roth ist Geschäftsführerin der nebenan.de-Stiftung. Diese hat die Aktion „Wir Weihnachten“ beziehungsweise „Gemeinsam gegen Einsamkeit in der Nachbarschaft“ ins Leben gerufen, um das Potenzial der Nachbarschaft für mehr Miteinander und gegen die zunehmende Einsamkeit zu nutzen. Im Interview spricht Katharina Roth über mögliche Aktionen und wie diese umgesetzt werden können.
Katharina Roth hat als Geschäftsführerin der neben- an.de-Stiftung „Wir Weihnachten mit initiiert. © Katja Hentschel
Frau Roth, besonders in der Weihnachtszeit ist Einsamkeit jedes Jahr ein Thema. Woran liegt das?
Katharina Roth: Das hängt zum einen mit der dunklen Jahreszeit zusammen. Gerade, wenn es dunkel und kalt ist, verlagert sich das gesellschaftliche Leben oft in die Innenräume, wo es dann eben nicht mehr allen zugänglich ist. Es hat zum Beispiel nicht jede und jeder das Geld, sich wöchentlich in ein Café zu setzen, um soziale Kontakte zu pflegen. Zum anderen ist Weihnachten durch die Werbung stark mit dem Bild der glücklichen Familie verbunden, die gemeinsam die Festtage verbringt. Ich denke, da wird vielen Menschen, die nicht das Privileg haben, im Kreise der Familie zu feiern, ihr Alleinsein noch einmal besonders vor Augen geführt.
Einsamkeit wird oft mit alten Menschen in Verbindung gebracht. Doch bei einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung gab fast die Hälfte der 16- bis 30- Jährigen an, einsam zu sein. Wie erklären Sie sich das?
Ich denke, dass die Corona-Pandemie immer noch nachwirkt. In dieser Zeit waren wir alle isoliert und besonders junge Menschen haben sich gezwungenermaßen mehr den sozialen Medien als ihren sozialen Kontakten zugewendet. Außerdem gibt es generell zu wenig Treffpunkte in der Öffentlichkeit, an denen junge Menschen sich kennenlernen und aufhalten können.
„Wir Weihnachten“ besteht aus vielen kleinen Weihnachtsaktionen, die von den Teilnehmenden selbst initiiert werden und an denen die Nachbarschaft teilnehmen kann. Wie geht man vor, wenn man eine Aktion anbieten möchte?
Auf der Website von „Wir Weihnachten“ gibt es ein Formular, in das man die geplante Aktion eintragen kann. Das können ganz verschiedene Aktionen sein, etwa ein Weihnachtsspaziergang oder ein gemeinsames Weihnachtssingen. Es muss keine riesige Veranstaltung sein, gerade kleine Aktionen bewirken in der Summe Großes.
Wie finden einsame Menschen eine passende Aktion in ihrer Umgebung?
Die angemeldeten Aktionen erscheinen auf einer interaktiven Karte, auf der man schauen kann, welche Aktionen im eigenen Postleitzahlgebiet angeboten werden. So können auch Menschen, die den Eindruck haben, jemand in ihrem Umfeld sehne sich nach sozialen Kontakten, dieser Person eine passende Aktion vorschlagen. Oft ist es für Betroffene gar nicht so leicht, sich die Einsamkeit einzugestehen.
Nehmen an den Aktionen alle Altersgruppen teil?
Das ist sehr durchmischt, da in einer Nachbarschaft meistens auch Menschen verschiedenen Alters leben. Generell möchten wir mit den Aktionen alle Generationen ansprechen und auch gerade Jung und Alt, Alteingesessene und neu Zugezogene zusammenzubringen.
Welche Aktion aus den letzten Jahren ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Es gab so viele kleine Aktionen, die Großes bewirkt haben. Zum Beispiel organisiert die Nachbarin Ute aus Kreuzberg jedes Jahr ein Balkonsingen, bei dem sie Glühwein ausschenkt und Spenden für den guten Zweck sammelt. Oder die Nachbarin Lisa, ebenfalls aus Berlin, hat ein gemeinsames Plätzchenbacken veranstaltet und die Kekse danach am Bahnhof an Wohnungslose verteilt. Jede Aktion ist auf ihre Art besonders!
Weitere Infos gibt’s hier: www.wirweihnachten.de
Du willst mehr? Du bekommst mehr!
Nummer-1-Album „Deja Vu“, 18. Geburtstag, abgesagte Autogrammstundentour: Bei Mike Singer ist gerade einiges los. Vor…
Die zweieiigen Zwillinge Adrian und Erik im Interview über Abgrenzung, Individualität, Ähnlichkeit und ihre Beziehung…
Im Interview erzählen die sechs Rapper Teuterekodz von ihrer Jugend im Prenzlauer Berg und ihrer…
Hinter dem vorletzten Türchen befinden sich kleine Weihnachtsgedichte. In diesem Sinne sendet die funky-Redaktion weihnachtliche…